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800 Jahre Anhalt - warum?

Im Jubiläumsjahr 2012 ist mit „Anhalt“ eine Region zu feiern, die in der Mitte des in Folge der
friedlichen Revolution vor gut zwanzig Jahren neu gegründeten Bundeslandes Sachsen-Anhalt
liegt. Anhalt heute ist ein heterogenes Territorium, eine Landschaft zwischen Harz und Mittlerem
Elbtal bis hin zu den Ausläufern des Flämings, eine Region geprägt von der Vielfalt innovativer
Industrieansiedlungen und effektiver moderner Landwirtschaft. Anhalt ist Teil eines rechtsstaatlich gebildeten Bundeslandes, in dem Demokratie und Toleranz zu den unverzichtbaren Grundwerten gehören. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts ist Anhalt geprägt durch demografische Umbrüche, hervorgerufen durch die Abwanderung vieler junger Landsleute. Bewohnerinnen und Bewohner ringen um den Erhalt kultureller Einrichtungen in ihrer ganzen Vielfalt. Mehr denn je setzen diese Bemühungen auf die Initiative einer engagierten Bürgerschaft.
Die territoriale und politische Geschichte Anhalts ist seit dem Mittelalter eher eine Geschichte
von Teilungen, Verschiebungen, Erweiterungen und Verlusten. In Folge zweier totalitärer Regime
wurde das staatliche Gebilde Anhalt schließlich völlig aufgelöst.

Obwohl das "Land" Anhalt auf der politischen Karte nicht mehr existiert, sind die Menschen auf
vielfältigste Weise - sei es in der Sprache, in der vielfältigen Bindung zur Kultur oder dem Drang
nach Bildung - mit der Region Anhalt, als dem Zentrum einer Epoche der Aufklärung tief verwurzelt. Die ständige Bereitschaft zu geistiger, wissenschaftlicher, kultureller und wirtschaftlicher Modernisierung war ein wesentlicher Faktor dafür, dass das kleine Land Anhalt immer wieder überregionale Bedeutung erringen konnte. Zu den hervorragenden Konstanten der Geschichte Anhalts gehörten über Jahrhunderte hinweg fürstliche Reformen und bürgerliche Innovationen. Anhalt war ein Land, das mit kulturellen, geisteswissenschaftlichen und technischen Leistungen die deutsche und europäische Geschichte prägte. 

So begegnen wir häufig den Zeugnissen dieser kulturhistorischen Geschichte in der Architektur,
der Sprache, der Medizin, der Rechtsprechung, der Religion, der Musik, der Literatur, der gestalteten Landschaft, der Technik, der Kunst und in vielen weiteren Gebieten. Schon vor 650 Jahren schuf Eike von Repgow mit dem „Sachsenspiegel“ die Grundlagen moderner europäischer Rechtskultur. Im Dessau-Wörlitzer Gartenreich und der Fruchtbringenden Gesellschaft in Köthen wurden die Gedanken der Aufklärung formuliert und umgesetzt. Der deutsch-jüdische, aus Dessau stammende, Philosoph Moses Mendelssohn wurde zum Vorreiter jüdischer Emanzipation und zu einem wichtigen Wegbegleiter von Gotthold Ephraim Lessing.

1882 entstand in Bernburg mit dem Verein für die Rübenzucker- Industrie eine landwirtschaftliche
Versuchsstation. In Köthen gilt Samuel Hahnemann als Begründer einer modernen homöopathischen Medizin.
Hans Victor von Unruh, der alte und junge Wilhelm Oechelhaeuser, Richard Roesicke oder Carl
Wessel aus Bernburg, nicht zuletzt der Dessauer Hugo Junkers stehen für technische Innovation
gepaart mit politischer Weitsicht.

Im Jahr 1925 berief die Stadt Dessau das als bedeutendste Hochschule für Architektur und Design bekannte Bauhaus nach Dessau.

Mit dem Bewusstsein dieser reichen geschichtlichen Tradition und daraus resultierender Innovationskraft gilt es, die Herausforderungen des heutigen Alltags zu meistern und Zukunft nachhaltig zu gestalten. So wächst mit dem bevorstehenden 800jährigen Jubiläum Anhalts im Jahr 2012 in der Mitte der Gesellschaft ein starkes Bedürfnis, sich der Geschichte Anhalts zu widmen, sich der Traditionen bewusst zu werden, Bräuche wieder entstehen zu lassen und Anhalt als ein unverzichtbares Stück Heimat würdig zu feiern.

 

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 ANHALT - ideenreich & bärenstark 

 

Lesen Sie hier das vollständige Konzept zum Jubiläum: