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Grußwort aus dem Hause Anhalt

Eduard Prinz von Anhalt und seine Frau CorinnaAnhalt ist heute eine Burgruine und liegt auf dem Hausberg im Nordostharz über dem romantischen Tal der Selke. Im 12. Jahrhundert von meinen askanischen Vorfahren als Fluchtburg für die Bewohner der Umgebung erbaut, gab sie bald einer Grafschaft, dann dem Fürsten- und Herzogtum und 1918 dem Freistaat Anhalt, den Namen.
 
Vom anhaltischen Harz aus eroberten die Askaniergrafen Otto der Reiche und sein Sohn Albrecht der Bär Gebiete westlich und östlich von Saale und Elbe und stießen bis an die Ufer der Oder vor. Viele Städte, u.a. Berlin und Frankfurt an der Oder, wurden von ihnen gegründet. Durch Ehen mit Töchtern der deutschen Königsfamilien erheirateten sie Erbrechte auf erhebliche Teile des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation. Außer ihrem Stammland, der Grafschaft Anhalt, herrschten die Askanier zeitweilig auch als Pfalzgrafen am Rhein und Lothringen, Grafen von Orlamünde und Weimar und schließlich als Markgrafen von Brandenburg und Herzöge von Sachsen und Sachsen-Lauenburg.
 
Albrecht des Bären Sohn Bernhard war Graf von Anhalt und Herzog zu Sachsen und vererbte nach seinem Tode im Jahre 1212 das Herzogtum Sachsen an seinen Sohn Albrecht und Anhalt an seinen Sohn Heinrich. Damit wurde die Grafschaft Anhalt zum ersten Mal ein eigenständiger Teil des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation. Sechs Jahre später gelang es den askanischen Kurfürsten von Sachsen und von Brandenburg den Kaiser zu überreden, die Grafschaft Anhalt zum ersten Fürstentum und Heinrich I. von Anhalt zum ersten Fürsten Deutschlands zu ernennen. Heinrich muss eine starke kämpferische Persönlichkeit gewesen sein (siehe Codex Manesse aus dem 14. Jahrhundert), aber auch ein erfolgreicher Minnesänger, denn zu seiner Ehefrau gewann er beim Sängerkrieg auf der Wartburg die begehrenswerte, schöne Landgräfin Irmgard von Thüringen.
 
Achthundert Jahre und ca. 25 Generationen später ist Anhalt als Teil des Bundeslandes Sachsen-Anhalt immer noch eine Region - wenn auch ohne sichtbare Grenzen - geprägt durch die gemeinsame Geschichte, Sprache und Kultur. Trotz guter und weniger guter Nachfolger Heinrichs und den endlosen Aufteilungen des Landes (bis hin zur letzten demokratischen Gebietsreform) bildete Anhalt im Laufe der Jahrhunderte eine Gemeinschaft aus kreativer Bevölkerung und Fürstenhaus, die der gegenwärtigen Generation Kulturzeugnisse hinterlassen hat, die sich sehen lassen können. Auch wenn die Familie Anhalt-Askanien nach der Wende enteignet wurde und nicht in ihrem Stammland leben kann, sehe ich es als Chef der Familie und Nachkomme Heinrichs I. als meine Aufgabe an, immer wieder darauf hinzuweisen, wie viel Kraft aus den vielen nachhaltigen Gemeinsamkeiten der Vergangenheit gezogen werden kann, um Probleme der Gegenwart zu bewältigen. Natürlich sollte man sich deshalb hin und wieder mit der Geschichte unserer Region beschäftigen und dazu bietet "Anhalt 800" nun die beste Gelegenheit.

In diesem Sinne danke ich den Initiatoren und Organisatoren von ANHALT 800 für ihren Einsatz und ich wünsche den Bürgern des heutigen "gefühlten" Anhalts ehrlichen Stolz und das Bewusstsein darauf, was unsere gemeinsamen Vorfahren Großartiges geschaffen und uns als ihr Vermächtnis geschenkt und hinterlassen haben.
 
Eduard Prinz von Anhalt und Herzog zu Sachsen
 

Stammtafel der Askanier