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Ehemalige Residenzstadt und Wiege Anhalts

In einer landschaftlich reizvollen Gegend direkt am Harzrand liegt der staatlich anerkannte Erholungsort Ballenstedt, der mit den Ortschaften Badeborn und Radisleben seit 2010 eine Einheitsgemeinde bildet.

Die Geschichte der ehemaligen Residenzstadt ist eng mit den Ballenstedter Grafen verbunden, die auch als "Askanier" bekannt und als Ahnherrn des anhaltischen Fürstenhauses in die Geschichte eingegangen sind. Deshalb gilt Ballenstedt als die Wiege Anhalts.

Überreste der Burg Anhalt befinden sich im Selketal, eine Nachbildung ist in Ballenstedt am südlichen Aufgang zum Schloss zu sehen. Uta, die berühmte Stifterfigur im Naumburger Dom, ist eine Ballenstedter Prinzessin. 1543 erhält der Ort das Stadtrecht.

Im Jahr 1765 wird Ballenstedt zur Residenz der Fürsten von Anhalt - Bernburg erhoben. Damit endet die Ära der Stadt als Ackerbürger-Städtchen, es folgt eine Zeit der politischen Aufwertung und der wirtschaftlichen und kulturellen Blüte.

Das  Schlosstheater, das älteste Theater Sachsen-Anhalts, wurde im Jahr 1788 erbaut. Albert Lortzing (1801-1851), der hier seine „Undine“ 1846 aufführte und Franz Liszt (1811-1886) machten die Stadt weit über ihre Grenzen hinaus bekannt. Das 3. Anhalt-Bernburgische Musikfest von 1852 ging in die Musikgeschichte ein.

Der Schlosspark  wurde 1858 nach Plänen von Peter Joseph Lennè (1789-1866) im Auftrag von Herzogin Friedrike Caroline Juliane von Anhalt-Bernburg (1811–1902) umgestaltet. Heute ist der Park Bestandteil des touristischen Projektes „Gartenträume“ und das Schlossensemble rund um den Schlossplatz gilt nach wie vor als ein architektonisches Kleinod.

Die Fürstin–Pauline-Bibliothek ist neben dem Schlosstheater die älteste kulturelle Einrichtung der Stadt. Der 1992 fertig gestellte Anbau zum Alten Rathaus (1683) beherbergt die öffentliche Bibliothek, die herzogliche Bibliothek mit wissenschaftlichem Altbestand und das Stadtarchiv. Im Schloss sind die Landesausstellung „Die frühen Askanier“ sowie eine Galerie und das „Cinema“ Museum zu besichtigen. Das Stadtmuseum „Wilhelm von Kügelgen“ würdigt in seinen Ausstellungen bedeutende Persönlichkeiten des 19. Jahrhunderts wie den Hofmaler und Kammerherrn Wilhelm von Kügelgen und die Malerin Caroline Bardua.

Angezogen vom Flair der gepflegten kleinen Residenz entwickelte sich die Stadt gegen Ende des 19. Jahrhunderts zu einem bevorzugten Wohnsitz für wohlhabende Pensionäre. So setzte eine rege Bautätigkeit besonders in der Oberstadt ein.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts begann die verstärkte Orientierung auf den Fremdenverkehr als Wirtschaftsfaktor. Schon damals wurde die gesunde Luft am unmittelbaren Harzrand für Genesung und Erholung genutzt. 1902 erbaute Dr. Max Rosell in Ballenstedt ein Sanatorium, das später als Lazarett und Tuberkuloseheilstätte genutzt wurde. Heute ist die in Trägerschaft der Neinstedter Anstalten betriebene Lungenklinik ein modernes Fachkrankenhaus der Spezialversorgung und ein wichtiger Arbeitgeber. Die medizinische Betreuung von Einwohnern und Gästen wird durch zahlreiche niedergelassene bzw. im Ärztehaus praktizierende Ärzte und vier physiotherapeutische Praxen sicher gestellt.

In vier Kindertagesstätten, zwei Grundschulen und zwei Horten werden die jüngsten Ballenstedter heute liebevoll betreut.

Der nach 1945 einsetzende Strukturwandel führte dazu, dass sich die Stadt in den Folgejahren zu einem Industrie- und Schulstandort und zu einem Verwaltungszentrum für die umliegenden Orte entwickelte.

Heute bestimmen Unternehmen wie die  Keunecke Feinkost GmbH und die Keunecke Frischmenü GmbH (Lebensmittelsindustrie), die FBB Förderband GmbH, die Linde Material Handlings GmbH (Hydraulik), die Paul-Wegener-GmbH (Messtechnik) und das Transportunternehmen Uwe Engel e. K. das wirtschaftliche Profil in der Stadt. Wichtige landwirtschaftliche Unternehmen sind die Ballenstedt GbR und die Agrargenossenschaft Badeborn e. G. .

Ballenstedt ist über die Bundesstraßen B 6 und B 6n oder die durch Ballenstedt verlaufende B 185 bzw. im Verlauf der B 242 gut zu erreichen. Über die zweispurige ausgebaute B 6n ist eine direkte Anbindung an wichtige Bundesautobahnen wie die A 395, mit ihrer Nähe zur A 7 und A 2, westlich und der A 14 östlich geschaffen worden.

Im Ortsteil Asmusstedt befindet sich der Verkehrslandeplatz Ballenstedt/Quedlinburg mit jährlich mehr als 16 000 Flugbewegungen. Die 805 m lange Asphaltbahn erlaubt Starts und Landungen von Flugzeugen bis zu einer Abflugmasse von 5,7 Tonnen und ist weiterhin zugelassen für Hubschrauber, Motorsegler, Ultraleichtflugzeuge, Ballone und Segelflugzeuge. Eine moderne Nachtflugbefeuerung, Tankstellen, Grenz- und Zollabfertigung sowie ein Leihwagen stehen den Nutzern zur Verfügung.

Vielfältige Veranstaltungen auf dem Platz, die von ansässigen Vereinen organisiert werden, laden Gäste aus nah und fern ein. Das Flugplatzfest, das alljährlich an Himmelfahrt stattfindet, ist ein touristisches Highlight in der Region. Spezielle Feste für Ballenstedt und seine Ortsteile sind auch das Badeborner Fassrollen, der Ballenstedter Kunst- und Musiksommer sowie der Ballenstedter Schlossopernball am letzten Maiwochenende.

Und natürlich kann man sich in Ballenstedt und Umgebung auch aktiv sportlich betätigen. So laden zahlreiche Wege zu ausgedehnten Wanderungen oder Spaziergängen ein. Hier sind u. a. der von Stiege nach Quedlinburg führende Selketalstieg und der von Blankenburg nach Ballenstedt führende Teufelsmauer-Stieg besonders hervorzuheben. Gut zu erreichen sind viele bekannte Ausflugsziele wie die Burg Falkenstein, die Roseburg sowie der Landschaftspark Degenershausen.

Und wer es noch sportlicher mag, der kann sich beim Tennis- oder Golfspielen, Tontaubenschießen oder Motocross versuchen oder zu einer Ballonfahrt vom nahe gelegenen Verkehrslandeplatz starten.


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