HomeOrteBernburg (Saale)

Saalestadt Bernburg in Anhalt

Seit die anhalt-bernburgische Linie mit dem Tode des letzten Herzogs Alexander Carl 1863 ausgestorben war, ist „Anhalt-Bernburg“ als Teil der Geschichte für ein souveränes, kleines deutsches Land in den Hintergrund getreten. Das Land Anhalt-Bernburg wurde mit dem verbliebenen Land Anhalt-Dessau vereinigt. Nach über dreihundert Jahren entstand damals wieder ein ungeteilter deutscher Staat Anhalt.

Heute ist Anhalt Teil des im Jahr 1990 neu gegründeten Bundeslandes Sachsen-Anhalt. Gleichwohl wirkt die eigenständige, lange Geschichte in den ehemaligen Gebieten Anhalts fort, auch in Anhalt-Bernburg mit der Residenzstadt Bernburg.

Das Schloss Bernburg, auf einem Sandsteinfelsen über der Saale erbaut, verkörpert in seiner architektonischen Gestalt die gewachsene Geschichte Anhalts seit dem 12. Jahrhundert. Der romanische Bergfried, später Eulenspiegelturm genannt, seit 2007 gehört er zur „Straße der Romanik“, erinnert an die Zeit des Grafen und Herzogs Albrecht der Bär (um 1100 - 1170). Sein Sohn Bernhard I. (1140 - 1212) war der erste Herrscher, der urkundlich den Titel „Graf von Anhalt“ führte, später den Titel Herzog von Sachsen. Nach der Erbteilung im Jahr 1212 erhielt Heinrich I. die Grafschaft Aschersleben und Anhalt. Man kann diese Erbteilung als „die Geburtsstunde des Anhaltischen Staates“ nennen. Aus diesem Grund wird im Jahr 2012 das Jubiläum „800 Jahre Anhalt“ begangen.

Heinrich I. führte neben dem Grafentitel auch den Titel „Fürst von Anhalt“ (Hermann Wäschke: Geschichte Anhalts von den Anfängen bis zum Ausgang des Mittelalters, Cöthen 1912, S. 183). Das Schloss Bernburg war vermutlich die Residenz, von wo aus er das Herrschaftsgebiet westlich bis zum Harz und östlich bis zur Elbe regierte.

Als Stammburg, seit 1538 als Renaissanceschloss, wurde Schloss Bernburg von den Askaniern, mit Respekt vor der Tradition und ihrer langen Geschichte, erhalten und behutsam erweitert. Das heutige Erscheinungsbild entspricht weitgehend dem des ausgehenden 17. Jahrhunderts. Das Schloss ist heute weit über Anhalt hinaus bekannt. Es wird zur Zeit mit erheblichem Aufwand von der Stiftung Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt und der Stadt Bernburg (Saale) saniert und restauriert.

Eine besondere Stellung nimmt Bernburg in Sachsen-Anhalt dadurch ein, dass sich im Landeswappen der „anhaltische Bär“ befindet, der ursprünglich auf die Herrschaft Bernburgs hinweist, neben dem brandenburgischen Adler und der sächsischen Raute, die ebenfalls auf die Askanier zurückgehen. Vor dem Schloss ist ein Bärenzwinger für zwei Braunbären angelegt. Auch diese erinnern an „Albrecht den Bären“, dessen Mutter Eilika das Schloss Bernburg als Witwensitz nutzte.

Seit 961 n. Ch. ist die Ansiedlung Bernburg als Saaleübergang zwischen Magdeburg und Halle bekannt. Bis heute hat die Stadt diese zentrale Funktion behalten. Beide Großstädte liegen ca. 40 km von Bernburg entfernt. Die Entfernung zu den Lutherstädten Eisleben und Wittenberg ist ebenfalls nicht sehr groß. Die Stadt Bernburg (Saale) hat eine sehr gute Lage in Anhalt, sei es für die Städte Harzgerode, Gernrode und Ballenstedt im Westen, wie auch für die Städte Köthen, Dessau, Zerbst und Coswig im Osten. Verschiedene Verkehrswege führen durch Bernburg bzw. in unmittelbarer Nähe an Bernburg vorbei. Zum einen sind es der Saaleradwanderweg und der Europaradweg sowie die Eisenbahn, zum anderen die BAB 14 und die B6 n, die zur Zeit vierspurig ausgebaut wird.

Im Jahr 2007 fand in Sachsen-Anhalt eine Kreisgebietsreform statt. Der Sitz der Verwaltung des neuen Salzlandkreises wurde auf Beschluss des Landtages in der Stadt Bernburg (Saale) etabliert. Die Kreisverwaltung im 19. Jh. hatte ihren Sitz noch im Christianbau des Schlosses.

Anhalt hat heute in den ehemaligen Residenzstädten und anderen anhaltischen Orten keine politische Bedeutung. Anhalt ist eine kulturelle Idee. In der Stadt Bernburg (Saale) ist diese Idee ernst genommen worden. Sie gründete im Jahr 1992 die Kulturstiftung Bernburg mit Sitz im Schloss Bernburg. In ihrem Informations- und Dokumentationszentrum (DIZ), dem sogenannten Kutscherhaus in der Nähe des Schlosseinganges, wird eine große Auswahl von Druckerzeugnissen über die Geschichte und über Persönlichkeiten des ehemaligen Landes Anhalt angeboten.