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Christian I. von Anhalt-Bernburg

Porträt Christian I. von Anhalt-BernburgChristian I. von Anhalt-Bernburg wurde am 11. Mai 1568 in Bernburg als zweiter Sohn von Fürst Joachim Ernst von Anhalt (1536-1586) und dessen erster Frau Gräfin Agnes von Barby (1540-1569) geboren. Nach einer sehr guten Ausbildung durch Caspar Gottschalk, ging er Anfang 1586 nach Dresden, wo er mehrere Jahre am Hofe seines Namensvetters Kurfürst Christian I. blieb, dessen calvinistische Sympathien er teilte.
1595 trat er in den Dienst des Kurfürsten Friedrich IV. von der Pfalz und wurde Statthalter der Oberpfalz. In diesem Jahr heiratete er am zweiten Juli die elf Jahre jüngere Gräfin Anna von Bentheim-Tecklenburg (1579-1624). Im Alter von 37 Jahren bekannte er sich offen zum Calvinismus und gründete 1608 die Protestantische Union unter Führung von Friedrich V. von der Pfalz. Durch seine Ernennung zum Kanzler am Hofe des jungen, unerfahrenen Friedrich V. war er maßgeblich an dessen Erhebung zum König von Böhmen beteiligt. 1619 wurde er durch seinen Halbbruder Ludwig I. von Anhalt-Köthen in die Fruchtbringende Gesellschaft aufgenommen.
Am 8. November 1620 unterlag das von Christian I. geführte böhmische Heer in der Schlacht am Weißen Berg dem Heer der katholischen Liga, woraufhin er geächtet wurde und ins Exil, zunächst nach Schweden, dann ins dänische Flensburg fliehen musste. Die Union löste sich daraufhin 1621 auf. Durch Vermittlungen seines Halbbruders Fürst Ludwig I. gelang es, dass die Reichsacht gegen ihn am 19. Juli 1624 aufgehoben wurde und Christian I. nach Schloss Bernburg zurückkehren konnte. Dort starb er, 62 jährig, am 17. April 1630 und wurde in der durch ihn erbauten Familiengruft in der Bernburger Schlosskirche St. Aegidien als erstes Familienmitglied beigesetzt. Ihm folgte sein 1599 geborener Sohn Fürst Christian II. von Anhalt-Bernburg in der Regierung nach.

Text: Thomas Severin (M.A.) - Studium Hallense e.V.