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Pfarrer und Schulreformer

In der Stadtkirche zu Gröbzig ist ein Bildnis erhalten, das den anhaltischen Reformpädagogen Walkhoff (1751-1839) zeigt. Zu den wichtigen Reformern des deutschen Schulwesens zählt der Pädagoge und Pfarrer Johann Friedrich Walkhoff aus Anhalt.
Geboren 1751 als Sohn eines Bauern im anhaltischen Großalsleben, konnte er nach dem frühen Tod seines Vaters doch die Domschule von Halberstadt besuchen. Fleiß und Begabung ließen ihn zu einem der besten Schüler der Einrichtung werden. Es folgte ein Theologiestudium und eine Anstellung als Inspektor des Schullehrer-Seminars in Halberstadt, des ersten Bildungsanstalt für Volksschullehrer in der Provinz Sachsen. Nachhaltig beeinflusst hat ihn die Gründung des Philantropin in Dessau mit der Erziehung zur Natürlichkeit, Vernunft und Menschenfreundschaft im Mittelpunkt.
Walkhoff erarbeite sich einen Ruf als exzellenter Pädagoge, er wurde zum Gründer mehrerer Schulen. Nach einem Schicksalsschlag trat Walkhoff 1786 eine Stelle als Pfarrer und Schulinspektor in der Kleinstadt Gröbzig an. Das Landstädtchen war zwar wesentlich kleiner als Halberstadt, doch die Herausforderungen waren nicht zu übersehen: Eine Bevölkerung vorwiegend aus Bauern und Handwerkern, die von den damals neuen Ideen der Aufklärung noch nie gehört hatten. Walkhoff setzte die Einführung des mehrklassigen Unterrichts durch, ergänzte den Stundenplan durch musische Fächer. „Kinder sind Kinder“, so Walkhoff, und kämpfte auch gegen die noch übliche Prügelstrafe.
Sein Ziel, das deutsche Schulwesen zu vereinheitlichen und die Pädagogen ständig fortzubilden, mündete schließlich in der Gründung des „Vereins für deutsches Lehrvereinslebens“, des ersten deutschen Lehrervereins. Wenige Jahre vor seinem Tod verlieh ihm die Universität Halle die Ehrendoktorwürde. 1839 verstarb Walkhoff, drei Jahre zuvor hatte er noch das Goldene Pfarrjubiläum begangen. Zu Ehren des verdienten Pädagogen trägt das Schulzentrum in Gröbzig seinen Namen.