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01.04.2012 - Die St. Stephanikirche – die Landmarke der Stadt Aschersleben

St. StephaniekircheAschersleben ist die älteste urkundlich erwähnte Stadt im Bundesland Sachsen–Anhalt. Daher haben auch einige der Kirchen und Profanbauten in der Stadt eine entsprechende Tradition aufzuweisen. Genau zu diesen gehört die St. Stephanikirche im Stadtkern von Aschersleben. Der Ursprung dieser Kirche geht bis auf das Jahr 827 zurück, denn sie gehörte zu den ersten der 35 durch Bischof Hildegrim von Chalons gegründeten Archidiakonatskirchen der Region. Über das Patronatsrecht der St. Stephanikirche verfügten zuerst die Fürsten zu Anhalt. Im Jahre 1526 ging das Recht an den Magistrat der Stadt Aschersleben über. Die folgenden Jahre wurden auch für die Kirche recht turbulent. Ein ständiger Wechsel zwischen katholischen und evangelischen Predigern prägte das Kirchenleben, bis im Jahre 1542 die Reformation eingeführt wurde.
Die St. Stephanikirche ist eine im gotischen Stil erbaute Hallenkirche ohne Querschiff. Heute kann man nicht mehr sagen, wie die Vorgängerbauten ausgesehen haben, doch vermutet man, dass der erste Kirchenbau aus dem 9. Jahrhundert aus Holz bestand. Auch weiß man, dass es danach noch einen romanischen Bau gegeben hat. Die Besonderheit der Kirche ist das Westportal, welches 1469 gemeinsam mit den Türmen entstand. Ursprünglich waren zwei Türme geplant, doch wurde nur der Südturm fertig gestellt, er hat eine Höhe von ca. 82 m. Die Spitze des Nordturms endet knapp oberhalb der Höhe des Mittelbaues. Dennoch wirkt das Westportal auf den Betrachter als geschlossene Einheit und keinesfalls unfertig. Die Kirche wurde auf dem Schwemmsand des Flüsschens Eine gebaut und so hatte sich das Westportal schon während des Aufbaus deutlich geneigt, weshalb auch nur ein Turm fertig gestellt werden konnte. Als das Westportal mit dem fertigen Südturm aufgeführt wurde, war die St. Stephanikirche eine dreischiffige Basilika mit Langhaus, Querschiffen und Altarhaus, sehr wahrscheinlich auch mit einer Apsis.
Die jetzige gotische Kirche wurde einfach um die alte Kirche herum gebaut, und während der Bauphase wurde die alte Kirche nach und nach abgetragen. Die Glasfenster auf der Altarseite des Kirchenschiffs wurden erst zu Anfang des 20. Jahrhunderts eingebaut. Eines der Fenster auf der linken Seite erinnert mit einer farbigen Glasscheibe an einen der fähigsten und angesehensten Generale des Zweiten Weltkrieges, an Gerd von Rundstedt, der am 12. Dezember 1875 in Aschersleben geboren wurde. Die St. Stephanikirche besitzt eine reiche Innenausstattung, sie beherbergt Bilder aus der Cranachschule in Wittenberg und viele andere Gemälde und Epitaphien. Im Zentrum des Hohen Chores befindet sich das alte Bronzetaufbecken aus dem 14. Jahrhundert. Man kann auch die alte Barockkanzel aus dem 17. Jahrhundert und den von Gustav Ramdohr gestifteten Hochaltar sowie das restliche Gestühl aus der Zeit von 1906 begutachten.


 



Kalenderblatt vom 01.04.2012

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