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02.07.2012 - Carl Gustav Flügel – der "junge Mozart" aus Anhalt

Carl Gustav FlügelCarl Gustav Flügel erblickte am 2. Juli 1812 in Nienburg das Licht der Welt. Als „junger Mozart“ machte sich der spätere Organist und Musiklehrer schon früh einen Namen im Raum Anhalt.
Durch seinen Vater, Johann Karl Flügel, der selbst als armer Knabe im Kirchenchor sang und eine besondere musikalische Veranlagung besaß, wurde Carl Gustav an die Musik herangeführt.
So erhielt er Orgelunterricht und nach dem Besuch des Bernburger Gymnasiums konnte Flügel, durch die Unterstützung seines Vaters, von 1827-1830 in Dessau Musik bei Friedrich Schneider studieren. Im Jahr 1828 führte er dann mit Freunden sein erstes Werk „ Der gang nach dem Eisenhammer“ im Nienburger „Schwan“ auf. Im Anschluss verdiente sich Carl Gustav als Musiklehrer in Nienburg, Bernburg und Köthen seinen Lebensunterhalt.
In Köthen vertrat er zeitweilig auch einen Organisten der katholischen Kirche.
Ein Besuch bei Robert Schumann, mit dem er auch in den darauffolgenden Jahren weiterhin Kontakt hielt, brachte Flügel dazu nach Magdeburg zu gehen, wo er die Klavierlehrerin Minna Oppermann, seine spätere Frau, kennenlernte.

Im Jahr 1838 übernahm Flügel die Direktion des Schönebecker Gesangsvereins. Zwei Jahre später arbeitete er als privater Musiklehrer in Stettin. Carl Gustav Flügel hatte mit seinen Klavierstücken bereits allgemeine Anerkennung errungen, der große Durchbruch erfolgte jedoch erst im Jahr 1846 mit den Sonaten Op. 4 und 7.
Es dauerte gerade mal vier Jahre bis zu seinem nächsten Umzug nach Neuwied, wo er abermals als Musiklehrer die spätere Königin Carmen Sylva von Rumänien unterrichtete, erst danach widmete sich Flügel wieder seinen Kompositionen, die er eine zeitlang vernachlässigt hatte.
Weiterhin wurde Flügel noch Musiklehrer des Fürstenhauses von Neuwied sowie Königlicher Musikdirektor und ging noch einmal nach Stettin als Organist, bevor er 1898 seine Tätigkeiten ganz aufgab und am 15. August 1900 in Stettin starb.

Flügels Bedeutung als Komponist lag vor allem in seinen Orgelkompositionen, Robert Schumann nannte ihn anfangs noch den „jungen Mozart“, bevor der Nienburger eine über 60 Jahre andauernde Anerkennung verdiente. Seine handschriftlichen Nachlässe wurden leider im 2. Weltkrieg zerstört, so dass nur noch wenige Schriften des Komponisten im Amsterdamer Toonkunst-Archiv und der Musikbibliothek Leipzig zu finden sind.

 



Kalenderblatt vom 02.07.2012

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