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03.03.2012 - Gröbzig – Die kleine Stadt an der Fuhne

Wappen der Stadt GrobzigDas kleine Städtchen Gröbzig gelegen mitten in Sachsen – Anhalt am südlichen Rande des ehemaligen Landkreises Köthen am kleinen Flüsschen Fuhne ist mit 3000 Einwohnern die größte Ortschaft der Einheitsgemeinde Südliches Anhalt. Das Flüsschen Fuhne entspringt bei Salzfurtkapelle und fließt genau von dieser Quelle aus in zwei Richtungen. Sie mündet im Westen bei Bernburg in die Saale und bei Jeßnitz in die Mulde. Als grüner Streifen streckt sich das Fuhnetal durch das Land von Jeßnitz bis nach Bernburg und wird als „Fuhneaue“ bezeichnet. Gröbzig erhielt seine erste urkundliche Erwähnung im Jahr 1176 als „Grobiske“ in den Lehnbüchern der Erzbischöfe von Magdeburg. Eine Urkunde von 1291 aus Nienburg beweist, dass Gröbzig als „Castrum Grobceke“ eine befestigte Burganlage und der Mittelpunkt eines Rechtsbezirks war. Im 14. Jahrhundert entstand das Amt „Gerichte to Grobtzk“ im Gau Serimunt, zu welchem elf Dörfer im Umkreis gehörten. 
Fürst Bernhard VI. von Anhalt-Bernburg verlieh Gröbzig 1465 das Stadtrecht und damit den endgültigen  Namen „Gröbzig“.
Etwa 122 Jahre später um 1587 erhielt die Stadt durch Fürst Johann Georg I. von Anhalt-Dessau das Marktrecht, worauf Gröbzig die Stadt zweimal im Jahr seine Jahrmärkte abhalten konnte. Der Neubau der Stadtkirche erfolgte von 1663 bis 1670 unter Berücksichtigung der älteren Teile, die aus dem 12. Jahrhundert stammen.
Bei einem Brand am 13. Januar 1678 fiel ein Großteil von Gröbzig den Flammen zum Opfer. Die einzigen Gebäude, die von der Feuerbrunst verschont blieben, waren das Rathaus, die Kirche und das Schloss.
Das Schloss, welches bis auf die Kapelle seit dem Jahre 1784 ungenutzt blieb, verfiel allmählich und wurde später sogar abgetragen. Heute erinnert nur noch der im Stadtbild dominierende Schlossturm an den einstigen Adelsitz. Der Schlossturm wird im Volksmund auch "Mauseturm" genannt - warum erzählen wir in einem anderen Kalenderblatt - und gilt als Wahrzeichen der Stadt Gröbzig.
In der Geschichte von Gröbzig haben die Juden eine wichtige Rolle gespielt. Günstige Voraussetzungen für den Handel der jüdischen Kaufleute bot Gröbzig durch die Lage der Stadt an der Grenze zwischen Anhalt, Preußen und Sachsen. Ende des 18. Jahrhunderts errichtete die zunehmend wachsende jüdische Gemeinde eine Synagoge mit Kantorhaus und Schule in der langen Gasse. Das bereits als Heimatmuseum genutzte Gebäudeensemble wurde während der Kristallnacht 1938 vor der Zerstörung bewahrt. Einer der wichtigen Persönlichkeiten aus Gröbzig ist Friedrich Eilfeld. Er veränderte mit seiner Erfindung der Metallspinndüse die Lebensbedingungen der Menschen. 
 



Kalenderblatt vom 03.03.2012

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