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03.06.2012 - Das Schloss Coswig - eines der Adelssitze in Sachsen–Anhalt

Das Schloss in Coswig (Anhalt)Das zum Landkreis Wittenberg gehörende Schloss Coswig ist eines der vielen Adelssitze in Sachsen – Anhalt. Nach den Eingemeindungen der vergangenen Jahre zählen heute elf Adelssitze zum Coswiger Stadtgebiet, das Schloss ist der größte von ihnen.
Im Jahre 1187 wird am heutigen Standort bereits eine Burg Cossewitz erwähnt, jedoch ist nicht belegt, ob zu dieser Zeit schon eine slawische Siedlung existiert. Die Geschichte der Kleinstadt Coswig ist seit dem 12. Jahrhundert verbunden mit der mitteldeutschen Adelsfamilie der Askanier. Einer Urkunde nach findet man 1234 die Bezeichnung „Burgum“, gleichzeitig berichtet man aus dem Jahre 1215 von einem Vogt „Johannes advocates de Coswich“. Also reichen die Ursprünge des Coswiger Schlosses bis in das 12./13. Jahrhundert zurück. Coswig erfüllte ab dem 13. Jahrhundert wiederholt die Funktion einer fürstlichen Residenz und eines Witwensitzes, mehrere Angehörige der fürstlichen Familie von Anhalt sind im Ort bestattet worden. Noch war Coswig keine große Stadt, mehr als der breite Weg, an dem das Schloss gelegen war und ein paar Nebenstraßen waren nicht vorhanden. Die schöne Lage der Burg bzw. des späteren Schlosses war für die Witwen der Fürsten ein wahrer Anziehungspunkt. Aus diesem Grund erhielt die Fürstin Agnes, Tochter des Fürsten Wizlaw von Rügen bei ihrer Hochzeit mit Albrecht II. das Schloss und die Stadt Coswig als Leibgedinge zugeschrieben. Auch das kann man in einer Urkunde aus dem Jahre 1324 nachlesen. Das späte 17. Jahrhundert prägt den Schlossbau bis heute. Die Fürstinwitwe Sophia Auguste, geborene Prinzessin von Holstein-Gottorp regierte ab dem Jahre 1667, jedoch konnte ihr der zugedachte Witwensitz im alten Schloss Coswig ihrer Herkunft nicht gerecht werden. Man hat daher 1760 die heutigen Schlossgebäude erbaut. Das nötige Geld dafür kam als eine Sondersteuer aus Jever, das früher zu Anhalt – Zerbst gehörte. Die modernsten Ideen an der Elbe konnten damit verwirklicht werden.
Mit dem Tod des Fürsten Friedrich August 1793 starb das Geschlecht der einstigen Bauherren aus und die Witwe des letzten Fürsten bezog das Schloss. Die glanzvolle Zeit Coswigs endet mit dem Tod der Fürstinwitwe im Jahre 1827. Die folgenden Jahre waren wechselhaft für das Schloss, im Jahr 1866 wurde es als Militärlazarett und 1870/71 als Kriegsgefangenenlager genutzt, bis man 1872 entschied, ein Zuchthaus herzurichten. Am 1. April 1957 wurde die Strafanstalt für immer geschlossen, das Gebäude hatte bis 1998 als Staatsarchiv seinen Dienst getan. Das größte Bauwerk Coswigs stand bis im Jahre 2006 leer; durch einen Eigentümerwechsel begann man mit der Sicherung, Instandsetzung, Modernisierung und den Umbau des Denkmals. Besitzerin Dr. Magnolia Albertazzi möchte das Schloss in den ursprünglichen Zustand von 1697 zurück versetzen. Die Dame aus Italien könnte neue Impulse und Ideen nach Coswig bringen und das Schloss zum Motor für den örtlichen Tourismus machen.
 



Kalenderblatt vom 03.06.2012

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