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03.07.2012 - Leopold I. von Anhalt–Dessau – der "Alte Dessauer"

Denkmal von Leopold I. vor der Marienkirche in DessauEr war der wichtigste preußische Heeresformer und Fürst von Anhalt–Dessau und mit seiner unstandesgemäßen Hochzeit rückte er ein Stück näher an seine Bürger heran.
Leopold I. wurde am 3. Juli 1676 in Dessau geboren, seine Eltern waren der regierende Fürst Johann Georg II. und die oranische Prinzessin Henriette Catharina.
Als sein Vater starb, übernahm Leopold I. im Jahr 1698 die Regierung des Landes, wobei seine Mutter die Geschäfte während seiner ständigen militärischen Abwesenheit für ihn führte. Im selben Jahr heiratete der Dessauer auch seine langjährige Jugendliebe gegen den Willen seiner Mutter, denn die bürgerliche Apothekerstochter Anna Luise Föhse war ihr nicht standesgemäß.
Während Leopold in seinen ersten Regierungsjahren die Politik seiner Eltern weiterführte, änderte er bald seine Strategie und setzte neben militärischen Reformen auch auf die Förderung von Handwerk und Landwirtschaft und eine Stadtplanung mit schnurgeraden Straßen und sternförmigen Kreuzungen.
So ist, neben der Bebauung der Städte in Anhalt-Dessau auch der Stadtumbau von Magdeburg, unter Leopold als damaligen Stadtkommandanten, auf ihn zurückzuführen.
Leopolds eigentliche Begeisterung lag jedoch beim Militär und so machte er sich dort nicht nur durch seine Reformen einen Namen – er führte unter anderem den Gleichschritt und eisernen Ladestock ein – sondern auch durch seine kriegsdienstlichen Taten. Bereits 1712 war er Befehlshaber aller preußischen Truppen und 1745 erster Feldmarschall des ganzen Reiches.
Seinen Beinamen „Alter Dessauer“ erhielt Leopold vor allem durch seinen Drill zu Gehorsamkeit und Tapferkeit sowie wegen der persönliche Fürsorge und größtmöglichen Schonung seiner Truppe. Andere Taten, wie z. B. die Massenrekrutierungen, waren allerdings umstritten.
Nach seinem letzten Sieg 1745 zog sich der „Alte Dessauer“ in das Privatleben zurück, wo er zwei Jahre später, am 9. April, in seiner Residenzstadt Dessau starb. Leopold hinterließ einige Schulden, davon einige Forderungen einfacher Leute. Schuld daran waren seine Zahlungsmoral und der großflächige Ankauf von Bürger- und Bauernland für seine zehn Kinder.

Wussten Sie, dass sich selbst um den „Alten Dessauer“ Legenden ranken? So sollen die Gebrüder Grimm von einer Begebenheit gehört haben, die sich unter  Leopold I. zugetragen haben soll und ließen dies in das bekannte Märchen „König Drosselbart“ einfließen. Es heißt, dass Leopold einst des Abends durch seine Straßen in Dessau ritt und auf zwei Topfhändlerinnen traf, die über ihren mageren Umsatz schimpften. Der Fürst ritt daraufhin mit seinem Pferd durch die tönernen Gefäße, so dass diese in tausende Scherben zersprangen, nahm die Marktfrauen danach mit zum Schloss und bezahlte ihnen ihren ganzen zerstörten Stand auf den Pfennig genau.
 



Kalenderblatt vom 03.07.2012

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