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03.08.2012 - Die Sage um den Teufelsstein in Zerbst

Der Glaube an Gott und Teufel war, besonders in vergangenen Zeiten, stark in den Menschen verwurzelt. So waren zum Beispiel ungewöhnliche Formen in der Natur für die Menschen in der damaligen Zeit ein Zeichen, dass der Teufel am Werke war. Auch in Zerbst soll er, der Sage nach, sein Unwesen getrieben haben:

„Der Teufel kam einmal zu einem Fürsten von Anhalt, der in Zerbst wohnte, und verlangte,
dass er ihm die Stadt Zerbst abtreten solle. Der Fürst weigerte sich anfangs, allein der Teufel ließ nicht nach; und da der Fürst sah, dass er dem Verlangen nicht werde ausweichen können, so bequemte er sich endlich dazu, machte aber noch die Bedingung: dass der Teufel zuvor einen am Hainholze bei Zerbst liegenden großen Stein drei Mal um die Stadt herum tragen müsse.

Der Teufel war das zufrieden, hieb mit einer Axt gewaltig in den Stein, dass sie darin stecken blieb, nahm dann den Stein auf die Schulter und trat den Marsch um die Stadt an.

Der Fürst war unterdessen in der größten Angst. Er betete inbrünstig zu Gott um Abwendung des der Stadt bevorstehenden großen Unglücks und sein Gebet wurde erhört.

Zwei Mal hatte der Teufel die Stadt schon umgangen, da fiel ihm beim Hainholze der Stein von der Axt. Ergrimmt darüber, verschwand der Böse, und die Stadt war gerettet. Im Steine blieb ein Stück von der Axt des Teufels stecken, das man noch heutigen Tages sieht.“



Kalenderblatt vom 03.08.2012

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