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04.03.2012 - Der Schlossturm von Gröbzig - Der "Mauseturm"

Der "Mauseturm" in GröbzigDas Gröbzinger Schloss erfuhr seine erste Erwähnung als Fürst Otto III. von Bernburg seiner Gemahlin Lutrud von Querfurt alle bestandenen Teile des Amtes Gröbzig und das gesamte Schloss als Leibdinge überschrieb. Man geht davon aus, dass es auf den Resten einer alten slawischen Wallburg aus dem 8./9. Jahrhundert errichtet wurde. Mit dem Schloss als Mittelpunkt entstand ringsumher allmählich die Stadt Gröbzig. Ohne jeglichen Schaden überstand es den 30jährigen Krieg und blieb auch von der Feuerbrunst im Jahre 1675 verschont. Da das Schloss mit Ausnahme der Kapelle seit 1784 nicht mehr genutzt wurde, erlag es immer mehr dem Verfall und wurde 1809  bis auf den Bergfried abgerissen. Die jüdische Gemeinde benutze die Steine für den Bau der Umfriedung ihres Friedhofs, der in der Nähe des Akazienbergs auf der „Alten Saulache“ 1670 gebaut worden war.
Das einzig noch existierende Gebäudeteil des Schlosses ist der Turm, bestehend aus einem quadratischen Grundkörper, einer barocken Haube und einem Fachwerkgeschoss. Die Seitenlänge beträgt 10 Meter. Mit einer Höhe von 38 Metern ragt der Turm weit über die Dächer der Stadt. Vom Eingang aus befinden sich im Inneren des Turms sieben Stockwerke nach oben und zwei nach unten. Da man noch unterirdische Gänge im Gebäude vermutete, sind die letzteren Stockwerke erst im Jahr 1978 wieder freigelegt worden. In der Schenkungsurkunde von 1876 zwischen dem Herzog von Anhalt und der Stadt Gröbzig verpflichtete sich die Stadt den Turm in seinem Zustand für die Zukunft zu erhalten. Wegen Baufälligkeit wurde der Turm 1952 gesperrt und erst zwei Jahre später wieder instand gesetzt. Von da an nutzte ihn die Schule für Arbeitsgemeinschaften der Schüler.

Der Name „Mauseturm“ kommt im Übrigen nicht von möglichen Mäusen, die hier ein Zuhause hätten finden können. Er ist vielmehr dem Umstand zu verdanken, dass sich im Inneren ein Gefängnis befand, in dem häufig Bürger einsaßen die gestohlen, also "gemaust" hatten.
 



Kalenderblatt vom 04.03.2012

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