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04.04.2012 - Der Pionier des deutschen Kraftwagenbaus - Friedrich Lutzmann

Friedrich LutzmannDer Konstrukteur Friedrich Lutzmann wurde am 5. April 1859 in Nienburg geboren und reiste nach seiner Ausbildung als Bauschlosser, Spengler und Werkzeugschmied unter anderem nach Dresden, Venedig, Mailand und Luzern, um dort etwas Neues zu erlernen.
Nach seiner Rückkehr eröffnete Lutzmann in Dessau seine eigene Bau- und Kunstschlosserei, in der er für den Erbprinzen von Anhalt Ziergitter für sein Eingangstor am Palais anfertigte. Zum Dank erhielt Lutzmann den Titel „Hofschlossermeister“ und war nebenbei Betreuer der herzoglichen Kutschen.
Um 1893 entwickelte sich das Interesse des Konstrukteurs am Automobilbau. Mit seinem Freund Fritz Koch eröffnet Lutzmann in Dessau den „Motorwagen-Fahrverkehr“ und bot Fahrten auf der Strecke von Dessau nach Wörlitz und Aken an. Teilweise wird der Betrieb von Lutzmann und Koch als erstes Taxiunternehmen in Deutschland bezeichnet, was allerdings nicht eindeutig belegt werden kann.
Mit der Gründung der Dessau-Wörlitzer Eisenbahn ging die Nachfrage nach Fahrten in das benachbarte Wörlitz und Aken zurück und der „Taxibetrieb“ wurde eingestellt.
Zur gleichen Zeit baute Lutzmann auch an eigenen Automobilen. Am 15. Mai 1894 verlässt der erste Motorwagen Lutzmanns die „Anhaltische Motorenfabrik“, der Patentmotorwagen „Pfeil 1“ mit 3 PS und einer Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h.
In den folgenden Jahren verlißen etwa 100 Motorenwagen das Werk, teilweise mit technischen Neuerungen wie die elektrische Zündung. 1897 nahm Lutzmann mit zwei Wagen an der ersten Automobilausstellung (der heutigen IAA) teil, wo seine Fahrzeuge als leistungsfähig, schnell und robust gelobt wurden. Es folgten Aufträge für England, Frankreich, Polen und sogar für Arabien. Der Nähmaschinen- und Fahrradhersteller Opel aus Rüsselsheim interessierte sich für Lutzmanns Fahrzeuge und kaufte am 21. Januar 1899 die „Anhaltische Motorwagenfabrik“ inklusive aller Patente. Die gesamte Produktion zog nun von Dessau nach Rüsselsheim, wo Lutzmann Direktor wurde und für Opel den Opel Patent Motorwagen System Lutzmann konstruierte.
1901 gewann Friedrich Lutzmann mit seinem Wagen das Bergrennen auf dem Königsstuhl bei Heidelberg und setzte sich damit gegen 16 Konkurrenten durch. Seine Karriere bei Opel endete jedoch schon nach zwei Jahren und Lutzmann kaufte sich eine Mineralwasserfabrik in Gera, bereiste mehrere Länder, bevor er sich in den 20er Jahren wieder in Dessau niederließ. Für einige Zeit arbeitete der Konstrukteur im Archiv der Junkerswerke, bevor er am 23. April 1930 in Dessau starb.

 



Kalenderblatt vom 04.04.2012

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