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04.05.2012 - Die St. Nicolaikirche in Zerbst

Ruine der St. NikolaikircheDie einst größte Kirche Sachsen-Anhalts ist mit der Geschichte der Stadt und der Religion nach der Reformation mehr verbunden als irgendeine andere. Sie steht für die Vergangenheit von Zerbst sowie die Geschichte des Fürstenhauses.
Zerbst besitzt seit jeher eine sehr günstige Handelslage. Daher bot es beste Voraussetzungen für eine Ansiedlung. Das christliche Gemeinwesen errichtet schon kurze Zeit später eine erste Kirche, die vermutlich aus Holz war. Schon bald wurde sie durch eine stattliche romanische Basilika ersetzt, die dem Schutzheiligen der Kaufleute und Seefahrer, Nicolaus, gewidmet wurde.
Die Etappen des Kirchbaus stellen noch heute die Geschichte Zerbsts dar. So stand die romanische Basilika im Mittelpunkt der Stadtentwicklung. Der spätgotische Chorbau hingegen symbolisiert den Reichtum und das Selbstbewusstsein der Stadt und der Kirche um 1400.
Der gotische Neubau, mit vorerst neunseitigem Umgangschor, war der außergewöhnlichen Architektur des Dresdner Baumeister Hans Kumoller zu verdanken. Ihm folgte 1484 – 1494 das Langhaus in Form einer dreischiffigen Halle von Matthias Kumoller. Im unteren Bereich blieb der romanische Turm erhalten und wurde 1476 nach einer Pulverexplosion repariert, weitergebaut und im Jahre 1530 mit drei Spitzen bekrönt.
Die Kirche „St. Nicolai“ ist seit ihrer Zerstörung 1945 eine Ruine und steht als Mahnmal für die sinnlose Zerstörung der einstigen anhaltischen Residenzstadt Zerbst, die als das „norddeutsche Rothenburg“ berühmt wurde.
Bis heute werden vielfache Anstrengungen unternommen, um die Kirche vor ihrem weiteren Verfall zu bewahren. Dazu gründete sich eigens ein Kirchbauverein, um dieses Ziel zu verwirklichen.
Neben der geschichtlichen Bedeutung des Bauwerkes beeindruckt die einst größte Kirche Anhalts auch heute noch durch die erkennbare stilvolle Gestaltung von Maßwerk und Strebepfeilern.
Ein schätzens- und schützenswertes Baukunstwerk, das zu Recht einen Wiederaufbau verdient.
 



Kalenderblatt vom 04.05.2012

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