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04.12.2012 - Auf den Spuren von Till Eulenspiegel in Bernburg an der Saale

Der Eulenspiegelturm in Bernburg (Saale)Ein Zitat von L. Krähenberger, Bernburg:

„Was das Brandenburger Tor für Berlin ist, was die Frauentürme für München bedeuten, das ist der Eulenspiegelturm des Schlosses für Bernburg - das Wahrzeichen der Stadt. Wenn dieser gewaltige Rundturm dem Wanderer aus der Ferne winkte oder vor den Blicken der mittelalterlichen Fuhrleute auftauchte, die mit ihren schweren Frachtwagen die alte Heerstraße von Magdeburg über Bernburg nach Halle fuhren, dann erkannten sie bei guter Sicht auf freier Höhe den wegweisenden Eulenspiegelturm und wussten nun, dass sie im Tale, die alte Saalestadt Bernburg vor sich hatten.“
Über 90 Geschichten wurden über den berühmten und berüchtigten Schalksnarren Till Eulenspiegel in Deutschland und Flandern aufgeschrieben. Die halbe Welt musste seine listigen und böswilligen Streiche ertragen, nichts war ihm heilig und schon gar nicht die Obrigkeit. Er war stets auf seinen eigenen Vorteil bedacht. Wahr - oder doch nur ausgedacht? - ist die Sage vom „Eulenspiegel und einem Turm auf dem Bernburger Schlosse“. Über den Wahrheitsgehalt dieser Sage weiß man nichts, aber sie wurde mit Beginn des 20. Jahrhunderts aufgeschrieben…
Wenn Till Eulenspiegel einen Dienst übernahm, dann konnte sein Arbeitgeber damit rechnen, verulkt zu werden. Dafür war der Mann, der stets mit einer auffälligen Kopfbekleidung durch die Gegend wanderte, bekannt.
Aber natürlich wusste nicht jeder über seine Späße Bescheid, so dass er immer wieder jemanden fand, den er hereinlegen konnte. Dabei machte der Herr Eulenspiegel keine Unterschiede, ob arm oder reich, wen er sich auserkoren hatte, der war dran.
So beispielsweise auch der Graf von Anhalt. Der lebte auf einer großen Burg, hatte viele Reichtümer und sah sich stets von irgendwelchen Raubrittern bedroht. Bei ihm trat Till Eulenspiegel den Dienst eines Turmbläsers an. Das heißt, er musste den lieben langen Tag hoch oben im Turm der Burg sitzen und Ausschau nach Feinden halten. Wenn er sie sah, so solle er laut in sein Horn blasen.
Da saß nun der arme Till Tag um Tag und schaute sich in der Gegend um. Doch während sein Dienstherr mit seinen Rittern stets gutes Essen auf dem Tisch hatte, vergaß man den Till vollkommen. Und so laut der auch rief, niemand da unten im Burghof hörte ihn. Aber es war Till Eulenspiegel bei größter Strafe verboten, den Turm zu verlassen.
Also was tun? Da sah er am Horizont schon die Feinde kommen! Doch dieses Mal tat er nicht, was man ihm befohlen hatte. Er blies nicht in sein Horn, um vor den Feinden zu warnen. Schon hatten die Raubritter alles gestohlen, was sich ihnen in den Weg stellte, noch ehe der Graf und seine Gefolgschaft ausziehen konnten.
Kaum aber war der Angriff vorbei, da stürmte der Graf in voller Rüstung auf den Turm hinauf, auf dem Till Eulenspiegel mit seinem Horn saß. Natürlich stellte der Graf ihn sofort zur Rede: „Warum hast du uns nicht vor den Feinden gewarnt?“, fragte er ziemlich böse. Doch anstatt auf die Frage zu antworten, sagte Till Eulenspiegel nur: „Warum hast du mir kein Essen geschickt? Bevor man nicht gegessen hat, kann man auch nicht ins Horn blasen.“

Quellen: www.wissen.de, www.labbe.de, www.bernburg.de, www.myheimat.de, Wikipedia

 



Kalenderblatt vom 04.12.2012

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