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05.03.2012 - Die Sassenbloume, die Geschichte des wohl glanzvollsten Ritters seiner Zeit, Konrad II. von Plötzkau

Kaiser Lothar III., Teil der neuromanischen Ausmalung des Kaiserdoms Königslutter, seiner GrabeskircheUm das kleine ehemalige Fürstentum Anhalt–Plötzkau ranken sich viele Sagen und Geschichten, so auch die der „Sassenbloume“, von einem Ritter im alten Sachsenland, besser bekannt als Konrad II. von Plötzkau.

„Vor langer Zeit lebte in Plötzkau an der Saale ein Ritter von blühendem Aussehen, gewaltiger Stärke und mutigem Sinn. Es war Konrad, der Sohn des Grafen Helperich von Plötzkau.
In zahlreichen Ritterspielen hatte seine jugendliche kraftvolle Erscheinung die Menschen begeistert, so dass der König auf Konrad aufmerksam wurde.
Der Herrscher erhob 1130 auf dem Reichstag zu Quedlingburg den jungen Plötzkauer zum Markgrafen der Nordmark. Nun überstrahlte der kaum 20jährige Konrad die Ritterschaft im alten Sachsenland, wozu damals dies Gebiet gehörte. Alle Welt sprach über Konrad, als den Blütenstern der Sächsischen Ritter. So nannte man ihn „de sassen-bloume“, was nach unserem Sprachverständnis die „Sachsen Blume“ heißen würde.
Der König, es war Lothar der Sachse, sandte den Markgrafen nach Polen. Konrad kehrte zurück mit Frieden an den Grenzen und mit der schönen Fürstentochter als Braut. Nun stellte ihn der König an die Spitze seiner Eskorte, als er 1132 nach Rom zur Kaiserkrönung zog. Hier allerdings erfüllte sich das Schicksal der Sachsenblume. Auf einem Erkundungsritt wurde Konrad von Plötzkau durch einen aus dem Hinterhalt heimtückischen Pfeil tödlich getroffen.
Keine Feinde sollen es gewesen sein, sondern Edelleute aus dem königlichen Gefolge.
Aus Missgunst ließen sie die Sachsenblume dahinwelken. Die Menschen in der Heimat glaubten nicht an den Tod des Konrad von Plötzkau und hofften lange Zeit auf seine Rückkehr. Doch nur der Trauerzug mit dem Leichnam des Gemeuchelten kam wieder in die Familiengruft der Kakelinger, aus diesem Geschlecht stammte Konrad von Plötzkau. Aber das alte Kakelingen an der Bode bei Hecklingen überlebte die Zeiten nicht. Es ging unter ohne Spuren zu hinterlassen. Im Schatzkästlein der Heimatsage allerdings ist die glanzvolle Gestalt der Sachsenbloume wohl aufbewahrt und bleibt unvergessen.“

Zusammengetragen und aufgeschrieben von Bernhard Gremmler.

 



Kalenderblatt vom 05.03.2012

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