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06.03.2012 - Die Metallspinndüse – eine Gröbziger Erfindung und sein Erfinder

Eine Uhrmacherstube um 1900Zu Beginn des 20.Jahrhunderts wurde in der kleinen Stadt Gröbzig, heute ein Ortsteil der Stadt Südliches Anhalt im Landkreis Anhalt-Bitterfeld, die Metallspinndüse erfunden. Sie bildet heute die Voraussetzung für die Produktion von Chemiefasern, ohne die unser heutiges Leben wohl nicht vorstellbar wäre.
Anfangs nutzte man für den Spinnprozess gläserne Spinndüsen, die eine Reihe von Nachteilen mit sich brachten. Schließlich gelang es dem Gröbziger Uhrmacher Friedrich Eilfeld, Spinndüsen aus Metall anzufertigen, was die Chemiefaserindustrie revolutionierte. Mittlerweile werden die Düsen, welche heute noch in Gröbzig angefertigt werden, in die ganze Welt verschickt. Als ihr Erfinder gilt der Uhrmacher Christian Friedrich Eilfeld, der am 22. April 1868 in Gröbzig geboren wurde. Nach seinem Schulbesuch absolvierte er eine Uhrmacherlehre in Köthen. Es begannen Wanderjahre mit Stationen in Plauen, Berlin und Wien. Nach seiner Militärzeit erhielt Eilfeld 1892 die Genehmigung zur Ausübung des Uhrenhandwerks. Noch im selben Jahr eröffnete der junge Uhrmacher seine Werkstatt in Gröbzig, wo er sich neben der Reparatur von Uhren, Fahrrädern und Nähmaschinen auch noch mit anderen mechanischen Experimenten beschäftigte. 1908 siedelte Eilfeld nach Plauen um und übernahm dort die Leitung einer Filiale seines Schwagers. Auf Anfragen des Kunstseidenfabrikanten Reents hin versuchte sich Eilfeld an der Fertigung einer Spinndüse aus Metall, die ihm noch im selben Jahr gelang. 1909 bekam er auf seine Erfindung das kaiserliche Patent und kehrte kurze Zeit später wieder in seine Heimat Gröbzig zurück. Hier begann er sofort mit der Anfertigung von Metalldüsen für die inländische Industrie. Die Nachricht von der viel besseren Düse aus Metall machte schnell die Runde und bescherte ihm Interessenten aus der ganzen Welt. Der Handwerksmeister kaufte sich ein neues Gebäude als Produktionsstätte und die Mitarbeiterzahl wurde auf 170 erhöht, um der großen Nachfrage nachzukommen. Nach Eilfelds Tod am 17. Juni 1942 leitete sein Sohn Fritz die Firma bis zur Enteignung im Jahre 1945 weiter.
Noch heute werden in Gröbzig Spinndüsen produziert. Natürlich gibt es auch ein Spinndüsenmuseum in dem Ort, in dem man sich die ganze Geschichte und Bedeutung dieser Erfindung genauer betrachten kann.

 



Kalenderblatt vom 06.03.2012

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