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06.05.2012 - Das "vergessene Märchenschloss" im Ostharz - Die Roseburg

Putten im Park RoseburgMal ehrlich, wer hat noch nicht von Märchenschlösser wie Neuschwanstein, Versailles oder Schloss Sanssouci geträumt. Dabei befindet sich auch ein solches Märchenschloss im Ostharz. Die "Roseburg" bei Ballenstedt ist weder so alt wie Versailles noch ist sie so grandios wie Neuschwanstein, dennoch ist sie ein kleines neuzeitliches Märchenschloss und auf jeden Fall einen Besuch wert.

Bauherr, Architekt und erster "Burggraf" war Bernard Sehring, 1855 in Berlin geboren. Er hatte bedeutende Bauten wie das "Theater des Westens" und das Berliner "Künstlerhaus St. Lucas" errichtet und dann das Gebiet der Roseburg vom Herzogshaus Anhalt erworben.

Sehring baute sein Traumschloss mit Parkanlage auf den Mauern einer sehr alten Burg. Eine erste stifturkundliche Erwähnung dieser Burg unter dem Namen "Rothallasburc" stammt aus dem Jahre 963. Über die Geschichte der Burg ist jedoch bis heute nichts überliefert.

Für den Architekten Bernhard Sehring ist die Roseburg ein Lebenswerk. Insgesamt 18 Jahre, von 1907 – 1925, nahm die Bauzeit für Burg und Park in Anspruch. Man schätzt, dass der engagierte Sehring insgesamt 13 Millionen Reichsmark verbaut haben soll. Das Ergebnis ist ein Burgensemble mit vielen verschiedenen Stilelementen: romanischer Flair und italienischer Frühbarock im Einklang mit Jugendstil und Klassizismus, umrahmt von einer großzügigen Parkanlage, nach dem Vorbild eines englischen Landschaftsgartens. Türme, Wasserkaskaden und Obstgärten finden sich noch heute in ihm. Sehrings Gartengestaltung und Idee, exotische Gehölze und Anpflanzungen mit einheimischen Gewächsen zu mischen, führte zu einem harmonischen Ensemble und zu einem sehenswerten Park, der zu jeder Jahreszeit seine Pracht entfaltet.

Nach Sehrings Tod im Jahr 1941 erlebte die Roseburg eine sehr wechselvolle Geschichte. Das "Märchenschlösschen" wurde 2006 an einen Privatinvestor verkauft. Der heutige Besitzer führt Erhaltungs-, Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten an den Gebäuden und dem Park durch. Ein glücklicher Umstand war die Landesgartenschau im Jahr 2010, denn sie hat dieses schwierige und kostspielige Vorhaben beflügelt. Die Roseburg ist als Referenzstandort der Landesgartenschau ausgewählt worden, somit konnten umfangreiche Fördergelder in die Roseburg investiert werden. Mit einer neuen Pächterin erstrahlt auch das Burgcafé in neuem Glanz.
 



Kalenderblatt vom 06.05.2012

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