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06.09.2012 - Ein Philisoph der Aufklärung - Moses Mendelssohn

Moses Mendelssohn-Büste in Dessau-RoßlauMoses Mendelssohn wurde am 6. September 1729 als Sohn von Mendel Heymann und Rachel Sara Wahl in Dessau geboren. Sein Vater arbeitete als Schullehrer und Gemeindeschreiber und war ein Zuwanderer Dessaus. Mendelssohns Mutter entstammte einer alten und bedeutenden jüdischen Familie. Trotz ärmlicher Verhältnisse erfuhr Mendelssohn bereits in frühen Jahren, erst durch seinen Vater, dann durch den Oberrabiner David Fränkel, eine sorgfältige Ausbildung. Bald machten sich seine hervorragenden Kenntnisse und seine Begabung bemerkbar. Bereits im Kleinkindalter beherrschte er die Sprachen Hebräisch, West- Jiddisch und Aramäisch. 1743 wurde der Rabbiner jedoch aus Dessau nach Berlin abberufen, um dort als Oberrabbiner tätig zu werden. Moses Mendelssohn folgte ihm im Alter 14 Jahren nach Berlin. Somit erhielt er sich den Unterricht durch den Rabbiner Fränkel. Bis 1750 wohnte er in einer Dachkammer von Chain und Gella Bamberg und erhielt zwei Gratismahlzeiten pro Woche sowie Abschreibungsaufträge von Rabbiner Fränkel. In den folgenden Jahren erlernte Mendelssohn die Sprachen Französisch, Deutsch, Englisch und später Latein. Hinzu kamen noch die Mathematik und Philosophie. Im Jahr 1750, bekam er als 21-Jähriger die Chance, bei dem Seidenfabrikanten Isaak Bernhard als Lehrer angestellt zu werden, um dessen Kinder vier Jahre lang zu unterrichten. Anschließend wurde er von Bernhard als Geschäftsführer und Buchhalter in dessen neugegründeter Seidenfabrik eingestellt. 1754 lernte Medelssohn den gleichaltrigen Pfarrerssohn und Theologie- und Medizinstudenten Gotthold Ephraim Lessing kennen. Sie führten viele gemeinsame Gespräche und spielten gemeinsam Schach. Mit der Hilfe Lessings schaffte er es, seine erste deutsche Schrift „Philosophische Gespräche“ zu veröffentlichen. Diese wurden aber von Lessing herausgegeben und erschien unter einem Pseudonym. Mendelssohn war stetig bemüht, die bedrückte Stellung der jüdischen Minderheit in Europa zu verbessern, indem er sich immer wieder in konkreten Einzelfällen, durch die Publikation entsprechender Werke, für sie einsetzte. 1779 setzte ihm Lessing mit seinem berühmten Ideendrama „Nathan der Weise“ ein bleibendes Denkmal.
1761 lernte er in Hamburg seine zukünftige Frau Fromet Gugenheim kennen, die er am 22. Juni 1762 heiratete. Sie gebar ihm zehn Kinder, wovon nur sechs das Erwachsenenalter erreichten. Einer seiner Söhne war Abraham Mendelssohn, der Vater von Felix Mendelssohn Bartholdy. Heute erinnern an Moses Mendelssohn viele Spuren in Dessau-Roßlau. Dazu gehören die Gedenktafel an seinem Geburtshaus in der Askanischen Straße, die Mendelssohnbüste im Stadtpark und eine Gedenkstelle in der Dessauer Synagoge. Mendelssohn verstarb am 4. Januar 1786 und wurde auf dem jüdischen Friedhof in Berlin begraben.
 



Kalenderblatt vom 06.09.2012

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