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06.10.2012 - Traditionen, Bräuche und Sitten rund um den Volkstanz

Renaissance-Tanzgruppe "Saltatio Burgus" zum Sachsen-Anhalt-Tag 2012Der Volkstanz hat eine lange Tradition. Er ist aus der Kultur der Unterschicht- vor allem in ländlicher Gegend - entstanden und erzählt über Brauchtümer, über das Leben, wie es im Volk verwurzelt ist. Der Volkstanz wird durch Melodie, Tempo, Schrittfolge und Figuren charakterisiert, ähnlich wie die Volksmusik. Der Volkstanz drückt unter anderem die erhöhte Fröhlichkeit und ein Gemeinschaftsgefühl aus.
In vielen Städten und Orten wird der Tradition "Volkstanz" nachgegangen und Trachtenvereine oder Volkstanzgruppen gegründet. Die Trachten unterscheiden sich meist untereinander durch Kopfbedeckung, Schmuck oder der Farbe und Form der Kleidung. Bei manchen Volkstänzen tanzen Männer und Frauen getrennt, gewisse Tänze richten sich nach Geschlecht, Können oder sozialem Status. Auf traditionellen Volksfesten und Veranstaltungen werden die Tänze vorgeführt, wo sie sich aber je nach Kultur und Herkunft unterscheiden.
Zu den traditionellen Volkstänzen zählen u.a. die Polka, der Rheinländer, die Mazurka, der Walzer oder seit der Nachkriegszeit die Mädel- und Schiebetänze. Die Dorfkapellen zogen von Dorf zu Dorf, meist zu viert oder fünft. Die Hauptinstrumente waren Geige, Bass, Klarinette, Horn und Pauke. Der Tanzordner bestimmte die Sitz- und Tanzordnung und organisierte den Ablauf des Tanzprogramms, den Schluss bildete ein gemeinsames gesungenes Lied aller Anwesenden.
Schon Johann Sebastian Bach verwendete im Jahr 1742 den "Hopser-Schritt", ursprünglich Polkaschritt, in seiner Bauernkantate. August der Starke und August der III. führten 1345 die Mazurka in die bäuerlichen Gegenden ein, die aber wenig Zuspruch fand. Erst die im Jahr 1840 aus Paris stammende Mazurka wurde als Gesellschaftstanz des Bürgertums angenommen. Der Walzer war um 1770 wegen inniger Berührungen verhöhnt, fand aber ab 1920 einen Aufschwung, gleich in verschiedenen Walzerarten.
Aus den Volkstänzen entwickelten sich die höfischen Tänze des Mittelalters. Die Tänze erhielten ihre Namen, abgeleitet vom ausgeübten Handwerk oder von Bräuchen, wie Hochzeiten oder Brautschauen. Es entstanden unter anderem der Töpfertanz, der Zerbster Spinnabendtanz oder der Kesselflickertanz. Auch mit der Ernte verbundene Tänze, wie der Köthener Rübenball oder der Stoppeltanz sind traditionelle Tänze, welche heute auf Dorffesten oder Erntedankfesten vorgeführt werden.
Der Volkstanzforscher Herbert Oetke (1904-1999) schrieb mehrere Hefte zum Thema "Volkstanz", im Frühjahr 1983 veröffentlichte er zwei Bände "Der deutsche Volkstanz".



Kalenderblatt vom 06.10.2012

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