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06.11.2012 - Das Pächterhaus und die Christuskirche in Dessau-Ziebigk

Das Pächterhaus in der KirchstraßeZiebigk ist ein Stadtteil Dessau-Roßlaus. Der Ortsname deutet ursprünglich auf eine slawische Siedlung hin. 1461 wird Ziebigk erstmalig urkundlich unter dem Begriff „ Czibbicker“ erwähnt. Zu diesem Zeitpunkt war Ziebigk eine wirtschaftliche Siedlung. Im Jahr 1708 erwarb Fürst Leopold den größten Teil der Ziebigker Mark und errichtete eine Schäferei. 34 Jahre später wurde ein großes Freigut mit Wiesen und Äckern gegründet, welches Fürst Leopold seinem Sohn Moritz vermachte. In der Nähe der vorhandenen Schäferei wurde ein Fachwerkhaus für die Pächter des Freigutes erbaut. Da das Gut höchst wahrscheinlich wirtschaftlich sehr schwach und sehr schwer zu halten war, fand ein ständiger Pächter- sowie Eigentümerwechsel statt. Das Gut ging nach dem Tod des Prinzen Moritz an dessen Bruder Eugen über. Als dieser 1781 starb, erhielt Fürst Franz das Gut, welcher zwei große Anspanngüter und neun kleine Güter für eine Gruppe von Dorfbewohnern erbaute. Der Anspanner Christian Möbes kaufte 1787 das ehemalige Pächterhaus. Das Pächterhaus ist ein Anziehungspunkt und gleichzeitig das älteste Haus im Stadtteil Ziebigk. Nach der Erbauung einfacher Dorfhäuser begann die villenartige Bebauung, wodurch Ziebigk zu einem bevorzugten Wohngebiet für die wohlhabenderen Bevölkerungskreise wurde. 1923 wurde Ziebigk zu einem Dessauer Stadtteil und neue Besucher wurden durch die Angrenzung an den Georgengarten, die Naturschönheiten bis zur Elbe und durch das preiswerte Bauland in Stadtnähe angelockt. Das Pächterhaus feierte 2001 die Neueröffnung und ist heute für seine gute Küche und Wein bekannt.
In Ziebigk befindet sich auch eine evangelische Kirche, die Christuskirche, welche nach nur zwei Jahren Bauzeit, am 6. Dezember 1900 eingeweiht wurde. Der Turm der Kirche war 39 m hoch und für viele Wanderer ein hilfreicher Orientierungspunkt. Die Umgebung der Kirche und die Kirche selbst wurden während des 2. Weltkrieges weitgehend beschädigt. Zum 50. Kirchenfest am 6. Dezember 1950 erhielt die neusanierte Kirche ihren Namen „Christuskirche“ und die durch die Firma „Alexander Schuke - Potsdamer Orgelbau“, erneuerte Orgel, wurde ebenfalls an diesem Tag eingeweiht. Die Gemeinde erhielt die zweite Glocke 1954 und die dritte im Jahr 1964.
Auch erwähnenswert ist die im Bauhausstil erbaute Jugendherberge im grünen Stadtteil Ziebigk. Die Jugendherberge bietet neben Seminarräumen auch eine große Spielplatzanlage und ist sehr empfehlenswert für Tagungsgäste, Familien und Schulklassen.
Näheres finden sie unter: www.jugendherberge-dessau.de.
 



Kalenderblatt vom 06.11.2012

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