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06.12.2012 - Bernburg (Saale) - die Heimat von Knecht Ruprecht

Historische Ansicht der Stadt Bernburg (Saale)In dem kleinen Dorf Kölbigk, nahe der Stadt Bernburg, lebte und predigte einst ein Priester namens Rupertus. Zu Beginn des 11. Jahrhunderts war das Christentum an der Grenze zum Frankenreich eher schwach vertreten. Die heidnischen Bräuche und Sitten wurden hier verstärkt gelebt. So geschehen auch am Heiligen Abend 1020 als eine Gruppe heidnischer Bauern auf dem Kirchhof die Wintersonnenwende feierten und ausgelassen tanzten und sangen. Den Priester ärgerte dies so sehr, dass er die Ungläubigen auf der Stelle verfluchte: „So tanzt fort ohne Ruh und Rast bis in den Tod.“
Aus Überlieferungen geht hervor, dass die Ungläubigen ein Jahr lang tanzen mussten, bis sie von einem Bischof aus Köln erlöst wurden. Wer diesen Fluch überlebte, der litt zeitlebens an den Folgen. Als das „Tanzwunder von Kölbigk“ machte diese Geschichte schnell die Runde im abergläubischen Land und wurde von Brandenburg bis Thüringen erzählt.
Der Priester indes verstarb, spukte aber weiterhin, sehr zum Entsetzen des Volkes, immer zur Weihnachtszeit an dem kleinen Flüsschen „Wipper“. Er lockte die ungläubigen Bauern hier in den Tod.
Über die Jahre hinweg änderte sich der Aberglauben. Die Bernburger sahen in dem Priester Rupertus die sagenhafte Gestalt des Bernburger Weihnachtsmannes „Knecht Ruprecht“ und so wandelte er sich vom Dämon und Schreckgespenst zum Weihnachtsmann mit dem Beinamen „Heele Christ“.
Bis zur Reformation war der Ort Kölbigk mit seinem Kloster ein viel besuchter Wallfahrtsort.
In Bernburg selbst hielt der „Heele-Christ-Markt“ zur Adventszeit Einzug und zählt heute zu den schönsten Weihnachtsmärkten Sachsen-Anhalts.


 



Kalenderblatt vom 06.12.2012

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