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07.02.2012 - Das Simonetti–Haus - ein wertvolles kulturelles Erbe Anhalts

Stuckdecke im "Raum des Apoll"Einst als Adelsitz für Freiherr Friedrich von Meder errichtet, erlangte das von 1699 bis 1705 erbaute Fachwerkhaus vor allem durch seine prunkvollen Stuckdecken großen Ruhm.
Der Adelige Friedrich von Meder hatte zu jener Zeit beste Verbindung zum fürstlichen Hof und konnte sich somit den Hofstuckateur und Baumeister Giovanni Simonetti in sein Haus holen, um dieses mit reichhaltigen Stuckdecken ausschmücken zu lassen.
Diese Stuckdecken des Schweizer Simonetti verleihen dem Haus heute seinen Namen.
Trotz der unterschiedlichen Nutzung des Hauses, überstanden die einzigartigen Stuckdecken, die die Helden- und Göttergeschichten der griechischen Mythologie zeigen, diese Zeiten fast unbeschadet. Heute zählen sie zum wertvollen kulturellen Erbe Sachsen-Anhalts.
Auch wenn diese Stuckarbeiten sich bis heute nicht eindeutig Simonetti zuordnen lassen, so deuten doch Stil und zeitliche Parallelen darauf hin.
Mit einem „Feuerherd“, einer Art Laboratorium, ausgestattet, sollte in von Meders Haus im Auftrag des Zerbster Fürsten „ aus Silber Gold imprägniert“ werden, was ihm nicht gelang.
Eine stadtgeschichtliche Legende besagt zudem, dass um etwa 1780 der preußische Kronprinz und spätere König Friedrich Wilhelm das Haus erworben und für seine geliebte Wilhelmine Enck umgebaut haben soll. Für diese Geschichte spricht zum Beispiel, dass das Haus bereits 1709 wieder zum Verkauf gestanden haben soll und der Verbleib des Freiherrn nicht mehr nachvollzogen werden kann.
Keine Legende, aber legendär ist der Gasthof „ Zum schwarzen Adler“, der im 19. Jahrhundert hier sein Zuhause fand und in dieser Zeit der angrenzende Tanzsaal erbaut wurde.

Der Verein „Schloss Coswig ( Anhalt ) e.V.“, der sich übrigens auch nach Simonetti umbenennen möchte, kaufte das alte Fachwerkhaus 2007 und rettete es so vor dem drohenden Abriss. Seither wird nun unermüdlich um die Restaurierung des Gebäudes gekämpft. Nachdem bereits die Fassaden in alter Schönheit strahlen können, sind nun die aufwendigen Stuckdecken an der Reihe und werden von ihren vielen Farbschichten befreit. Zur Finanzierung der Restaurierung finden regelmäßig Konzerte und Veranstaltungen statt. Außerhalb dieser Konzerte kann das Simonetti – Haus trotz der momentanen Bauphase, jeden letzten Sonntag im Monat zum „ Tag der offenen Tür“ bestaunt werden.
Wagen auch Sie einen Besuch! 

Weiterführende Links: www.simonettihaus.de, http://www.monumente-online.de/11/01/streiflichter/Coswig_Simonettihaus.php, www.coswigonline.de

Foto: Alexander Fuhrmann



Kalenderblatt vom 07.02.2012

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