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07.04.2012 - Ein Rennfahrer schreibt Geschichte – Paul Greifzu

Paul-Greifzu-Stadion in DessauNicht nur jedem Dessauer dürfte Paul Greifzu ein Begriff sein. Der am 07. April 1902 in Suhl geborene Rennfahrer war deutschlandweit bekannt und sehr beliebt.
Sein erstes Rennen bestritt der gelernte Werkzeugmacher und Mechaniker 1919 mit einem selbstgebauten Bob in Oberhof und gewann 1925 sein erstes Rennen. Von diesem Zeitpunkt an begann für Greifzu eine steile Rennfahrerkarriere. Er war Mitglied der „Deutschen Nationalmannschaft“ und mehrfacher DDR-Meister. Nach einem schweren Unfall 1950 blühte seine Karriere noch einmal richtig auf. Er gewann Rennen in Dresden, Berlin, auf dem Sachsenring und der Halle-Saale-Schleife.
Ein jähes Ende fand seine Karriere am 10. Mai 1952, als Paul Greifzu während einer Trainingsfahrt für das 3. Dessauer Wagen- und Motorradrennen aus dem Wagen geschleudert wurde und noch am Unfallort starb. Als Ursache vermutet man einen Materialfehler. Am 14. Mai wurde der Rennfahrer auf dem Friedhof in seiner Heimatstadt Suhl beigesetzt. An der Unfallstelle in Dessau befindet sich noch heute ein Gedenkstein, der von der Autobahn A9 in Richtung Süden fahrend, gut zu sehen ist.
Paul Greifzu war nicht nur ein begnadeter Rennfahrer, er machte sich auch einen Namen als Menschenrechtler, der sich für die menschenwürdige Unterbringung und Behandlung von Zwangsarbeitern während des zweiten Weltkrieges einsetzte. Dieses Engagement verschaffte ihm daher auch den Namen „Oskar Schindler von Suhl“.
Ein Denkmal in Dessau erhielt Paul Greifzu in Form eines Stadions, das nach ihm benannt wurde, das heutige „Paul-Greifzu-Stadion“. Das Mehrzweckstadion gehört zu den modernsten Stadien in Sachsen-Anhalt und wurde im Oktober 1952 feierlich eingeweiht. Während der DDR-Zeit nur wenig beachtet, wurde das „Paul-Greifzu-Stadion“ Mitte der Neunziger in einem Vierstufenplan nach und nach saniert. 1997 begann man mit dem Bau einer kompletten Leichtathletikanlage, in der optimale Wettkampfbedingungen vorliegen. So verfügt diese Anlage über Wassergraben, Diskuswurf- und Stabhochsprunganlage. Die Bewährungsprobe erfolgte mit dem U23-Länderkampf Deutschland-Großbritannien-Frankreich. Außerdem erhielt das Dessauer Stadion eine überaus moderne Flutlichtanlage,
eine der leuchtstärksten Deutschlands. Es spielten bereits bekannte Fußballvereine wie der FC Bayern München, Atletico Madrid oder der Hertha BSC beim DFB-Pokal oder Ligapokalspielen im „Paul-Greifzu-Stadion“.

 



Kalenderblatt vom 07.04.2012

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