HomeStartseiteKalenderblätter

07.05.2012 - Der arme Heinrich aus Ballenstedt

Mystischer Harz - Foto von Jürgen KlockeDer Harz ist seit jeher ein sagenumwobenes Gebirge und es ranken sich viele Märchen, Sagen und Geschichten um manch so unheimliche mystische Begebenheit, die sich immer wieder, vielfach anders erzählt, im Harzer Sagenschatz befinden. So findet man auch in der Stadt Ballenstedt einige Überlieferungen und Erzählungen über den "armen Heinrich".

Im Ballenstedter Forst Ort Küchenholz, etwa 600 m vom Schirm entfernt, steht auf einer Waldwiese ein Steinkreuz, das an einen armen Bettelmann erinnern soll, dessen Revier zwischen Ballenstedt und Harzgerode lag. Eines Tages, als er von Ballenstedt den 700-Taler-Weg, der seinen Namen von den 700 Talern hat, die der Ballenstedter Herzog für dessen Bau ausgegeben hatte, nach Hause ging, verlor er auf dem Wege die an dem Tag erbettelten 5 Groschen. Seither heißt dieser Weg der "5-Groschen-Weg".
Vor Gram über diesen bitteren Verlust starb der Arme Heinrich auf der kleinen Waldwiese, auf der er sich niedergelassen hatte. Der Herzog ließ ihn an dieser Stelle beerdigen und ihm auch das Kreuz setzen, weil er immer ein ehrlicher Mann gewesen sei.
Es gab aber auch Neider die behaupteten, dass er so viel zusammengeschnurrt habe, dass er jeder seiner drei Töchter eine gute Aussteuer hinterlassen habe.
Wieder andere wollen wissen, dass hier ein armer Korbflechter namens Heinrich erschlagen und seiner Barschaft beraubt worden war. Nach einer anderen Erzählung ist der arme Heinrich ebenfalls nicht eines natürlichen Todes gestorben, sondern von Räubern erschlagen worden. Sie hatten es auf sein erbetteltes Geld abgesehen, dieses aber nicht gefunden. Der kluge "arme Heinrich" hatte seine Ersparnisse,  24 Dukaten sollen es gewesen sein, in den Rockzipfel seines dürftigen Gewandes eingenäht.
Und schließlich gibt es noch andere, die wollen wissen, dass hier ein Zug Bauern, die sich aus der Schlacht von Frankenhausen hatten retten können und auf der Flucht in den Harz waren, vom Grafen Albrecht von Mansfeld und seinen Landsknechten eingeholt, überfallen und erschlagen worden seien. Das Häuflein Bauern soll sich selbst den Namen "Armer Heinrich" gegeben haben. Die Waffen, die sie bei sich führten, wurden mitsamt der Leichen der Erschlagenen von den Mansfeldischen Truppen an Ort und Stelle vergraben.
Im vergangenen Jahrhundert sollen die Waffen zufällig gefunden und ausgegraben worden sein, die dann im Ballenstedter Schloss aufbewahrt worden sind.
 



Kalenderblatt vom 07.05.2012

Alle bisherigen Kalenderblätter anzeigen