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08.04.2012 - DB Fahrzeuginstandhaltung - Werk Dessau

Schwere Instandhaltung von Elektrolokomotiven unterschiedlicher Baureihen im Werk Dessau der DB Fahrzeuginstandhaltung GmbH (u.a. Baureihe 111 und 143)Mit einer langen und sehr vielseitigen Geschichte hat das Ausbesserungswerk der Deutschen Bahn viel zu erzählen. Es begann Anfang des 20. Jahrhunderts, als neben der Dampflokomotive die elektrische Technik aufkam. Zur Erprobung dieser Technologie benötigte man für die Instandhaltung ein Ausbesserungswerk und nach einigen Planungen fiel 1922 die Wahl auf Dessau. Ein Jahr später begannen die Bauarbeiten für das moderne Werk, welches der Bahn später samt aller Maschinen 30 Millionen Reichsmark kostete.
Am 2. Dezember 1929 wurde nach ungefähr sechs Jahren Bauzeit das Ausbesserungswerk in Betrieb genommen. Das Werk war damals eine Betriebsabteilung des Reichsbahnausbesserungswerkes (RAW) Halle und besaß eine Belegschaft von 180 Personen. Die erste auszubessernden Lokomotive war die, am 20. November 1929 im Bahnhof Dessau verunglückte E 50 50. Die Deutsche Reichsbahn teilte dem Werk zuerst die Elektrolokomotivbaureihen E 01, E 06, E 30, E 71 sowie die E 77. Anfang der 1930er Jahre folgten kleine Verbrennungsmotorlokomotiven (bis 100 PS), Verbrennungsmotortriebwagen, Omnibusse und deren Anhänger sowie andere Personenkraftwagen.
Ende des 2. Weltkrieges erlitt das Werk mit dem Bombenangriff auf Dessau am 7. März 1945 seine schwersten Zerstörungen, bei dem etliche Unterlagen und Maschinen verbrannten oder beschädigt wurden. Die Forderung der Sowjetunion, Wagen und Lokomotiven zu reparieren, stellte die Rettung für das RAW dar und der Betrieb konnte wieder aufgenommen werden. Doch schon ein Jahr später, 1946, begann man mit der Demontage des Werks bei der 85% der Ausrüstung abgebaut und in die Sowjetunion versandt wurden. Sechs Jahre später feierte der Dessauer Betrieb einen Neubeginn. Ab 1960 kam zu der Instandhaltung von Lokomotiven auch noch deren Neubau dazu, außerdem ließ man zeitweilig auch Dieselloks aufbereiten. Nach der Wende wurde das Ausbesserungswerk in „Reichsbahnausbesserungswerk Dessau“ umbenannt. Seit dem 1. Januar 1994 – dem Gründungsdatum der Deutschen Bahn – gehört das Werk zur Instandhaltungslandschaft des neugegründeten, nun bundesweit tätigen, deutschen Eisenbahnunternehmens. Dessau war nun Stammhaus des Regionalbereiches Dessau, zu dem noch das Ausbesserungswerk Halle und die Niederlassung Wittenberg gehörte. Nach der vollzogenen Ausgründung der DB-Regio als Tochtergesellschaft wurde das Werk 1999 der DB-Regio zugeschlagen. Damit ist das Dessauer Werk das einzige Ausbesserungswerk der Deutschen Bahn für Elektrolokomotiven.

Foto: Christian Bedeschinski, 2010, Copyright: Deutsche Bahn AG


 



Kalenderblatt vom 08.04.2012

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