HomeStartseiteKalenderblätter

08.06.2012 - Das Biosphärenreservat Mittelelbe – wo Mensch und Natur sich einig sind

 Hochufer bei Griebo an der Elbe; Bildautor © Mirko PannachDeutschlands größtes Biosphärenreservat ist das der Flusslandschaft Elbe, wovon in Sachsen-Anhalt mit dem Reservat „Mittelelbe“ der größte Teil liegt.
Als Biosphärenreservate bezeichnet man großflächige Naturlandschaften, in denen mit den natürlichen Ressourcen umweltgerecht umgegangen wird. In den vorhandenen naturbelassenen Bereichen (Totalreservate), Naturschutzgebieten und Wohnflächen leben der Mensch und die Natur im Einklang, eine teils landwirtschaftliche Nutzung durch den Menschen ist sogar Teil des Konzepts. Unser Biosphärenreservat Mittelelbe erstreckt sich entlang des Flusses von Wittenberg über Dessau bis hin nach Seehausen über eine Strecke von etwa 80km Flusslauf. Alles begann im Jahre 1979, als die UNESCO die Landschaft um Steckby als Biosphärenreservat „Steckby-Lödderitzer Forst“ auswies, neben dem Vessertal somit eines der ersten beiden Biosphärenreservate Deutschlands. Nur wenige Jahre später erweiterte man das Reservat um große Flächen um Dessau und Wörlitz herum, bis daraus 1990 das Biosphärenreservat „Mittelelbe“ entstand. Die Elbauen als einzigartiges Auenlandschaftsbiotop bieten vielen bedrohten Tierarten und seltenen Pflanzen Schutz, auch neue Arten werden hier festgestellt, wie die 2005 erspähte neue Baumsaftschwebfliege (Brachyopa silviae).
Einen ganz besonderen Schutz genießen hier die Elbebiber und der Wolf, für beide Tierarten befinden sich in dem Biosphärenreservat die Reverenzstellen, wo man sich der Erfassung und Erhaltung der Pelzträger widmet. Während derzeit etwa 2.500 Biber im Land leben, bringt es der Wolf auf etwa 40 – 60 Vertreter in allen Bundesländern, er genießt ja auch erst seit der Wiedervereinigung den vollen Schutz.
Einen weiteren Bestandteil des Biosphärenreservats bildet das Dessau–Wörlitzer Gartenreich, eine zwischen 1760 und 1817 vom Fürsten Leopold Friedrich Franz entworfene Landschaft mit künstlerischem Einfluss. Hier steht neben der klassizistischen Baukunst und Gartengestaltung nach englischem Vorbild auch die Naturlehre im Vordergrund, weshalb auch Anlagen wie der Tiergarten Dessaus oder der Oranienbaumer Park mit einbezogen worden sind. Das Gartenreich gehört seit 1988 zu dem über 125.000 ha großen Biosphärenreservat.
 



Kalenderblatt vom 08.06.2012

Alle bisherigen Kalenderblätter anzeigen