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09.11.2012 - Carl Wilhelm Kolbe der Ältere - Meister der Landschaftsdarstellung

Carl Wilhelm Kolbe d. Ä.: Waldstück mit knorriger Eiche (Satyr entfuehrt Nymphe), um 1800Carl Wilhelm Kolbe wurde am 20. November 1757 geboren. Er kam als Sohn des Goldstickers und Tapetenmachers Wilhelm Kolbe und dessen Frau Anne in Berlin zur Welt. Durch seine französische Mutter besuchte Kolbe die französische Gelehrtenschule in Berlin. Nach seinem Schulabschluss beschäftigte er sich als Forstschreiber für den Graf von Schulenburg-Kehnert. Im Jahre 1780 ging er nach Dessau, wurde Privatlehrer für den anhaltischen Erbprinzen und nahm noch eine Anstellung als Lehrer für französische Sprache an der Philanthropischen Schule an. In dieser Zeit begann Kolbe schriftstellerisch tätig zu werden. Im Jahre 1782 kehrte er wieder nach Berlin zurück. Dort begann er unter dem Einfluss von Daniel Chodowiecki zu malen und zu zeichnen. Von 1782 bis 1784 versuchte er es mit einem Jura-Studium in Halle, scheiterte jedoch.
Im Jahre 1793 traf Kolbe eine wichtige Entscheidung. Für seine Künstlerlaufbahn zog er wieder nach Berlin zurück. Er begann an der Berliner Akademie bei Asmus Jakob Carstens zu studieren. Am 26. November 1795 wurde Kolbe Mitglied der Akademie und im nächsten Jahr ging er als Französisch- und Zeichenlehrer an die Dessauer Hauptschule. Wilhelm Kolbe wurde im Jahr 1798 zum Hofkupferstecher ernannt und wurde u. a. Zeichenlehrer des Herzogs Leopold Friedrich. In dieser Zeit erschienen seine ersten Radierungsmappen mit Landschaftsdarstellungen. Im Jahre 1805 erhielt Kolbe eine Erlaubnis des Fürsten, für drei Jahre bei der Familie Salomon Gessners in Zürich zu verweilen, um dort von dessen Gemälden Radierungen anzufertigen.
Kolbe widmete sich ganz der Kunst, schuf detailgenaue Radierungen von Eichen, die ihm den Beinamen „Eichen-Kolbe“ einbrachten. Kein anderer verstand es so wie Kolbe, eine Landschaft darzustellen. Er war ein Mann von großer Originalität, von selbstständigen Denken und ungewöhnlicher Energie.
Neben seiner kreativen Tätigkeit beschäftigte sich Kolbe mit Schriften eines Sprachpurismus und bekam deswegen einen Ruf als „Sprachreiniger“. Seine literarischen und künstlerischen Publikationen waren zum Teil in französischer Sprache ausgearbeitet. Für seine Arbeit um die Deutsche Sprache wurde Kolbe das Diplom eines Doktors der Philosophie verliehen.

Im Jahre 1825 erschien seine Autobiografie und im Jahre 1829 ging Kolbe in seinen verdienten Ruhestand.
Der künstlerische Nachlass fiel an seinem Schüler Mohs. Die Hälfte der Platten und Zeichnungen Kolbes wurden vererbt. Carl Wilhelm Kolbe starb im Jahre 1835 in Dessau.
Heute sind seine schriftstellerischen Werke leider weitgehend in Vergessenheit geraten.
 



Kalenderblatt vom 09.11.2012

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