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09.12.2012 - Die Geschichte des Dessauer Stadtparks

Die Weltmittagsuhr im Dessauer StadtparkDer Stadtpark Dessaus befindet sich unmittelbar westlich der historischen Kernstadt. Die Lage und Ausdehnung erstrecken sich vom Innenstadtzentrum an der Kreuzung Hauptpost, über den Marktplatz, Zerbster Straße, bis hin zur Museumskreuzung. Den südlichen Teil der Straßen um den Stadtpark und der anliegende Baustrukturen, bildet die Askanische Straße. In kürzester Entfernung liegen Umsteigepunkte des öffentlichen Personenverkehrs, wie Rathaus und Museumskreuzung, Hauptbahnhof und Busbahnhof. Mit einem Hausabbruch - gegenüber der südöstlichen Ecke des Stadtparks an der Kavalierstraße - wurde ein Projekt der Anbindung über den Schlossplatz, bis hin zur Mulde und Tiergarten, begonnen. Im Rahmen des Stadtumbaus entwickelte man ein Konzept für die zukünftige Struktur öffentlicher und städtischer Grünflächen.
Aus dem Jahr 1475 stammt der erste Beleg über die Nutzung des künftigen Parks. Aus dem ursprünglichen Besitz der Landesherren sind einzelne Grundstücke an die Kirche, den Adel und an Dessauer Bürger vergeben worden. Diese Flächen wurden als Gärten genutzt und teilweise bebaut und bewohnt. Ab 1688 begann eine geplante Entwicklung des Gebietes.
Fürst Johann Georg II. beanspruchte für die neue Anlage des Neustadtbaus sechs Gartengrundstücke. Zehn Jahre danach übernahm sein Sohn, Fürst Leopold, die Regentschaft. Er führte die Entwicklung fort und ließ im Jahre 1708 die mittelalterliche Stadtmauer abbrechen. Für die Anlage der Kavalierstraße, als repräsentative Prachtstraße, wurden die sechs verbliebenen Gärten gegen Bauplätze und Grundstücke getauscht. Parallel dazu wurde als neue Stadtmauer die Akzisemauer aufgebaut, die neben der Neustadt auch die Vorstädte im Süden und Osten sowie künftiges Bauland umfasst. Im Jahre 1780 wurde im Palaisgarten ein Gartenhaus als Mausoleum gebaut. Der Erbprinz Friedrich hat das Gartenhaus zur „Orangerie“ umgestaltet; das spätere „Teehäuschen“ wird Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff zugeschrieben.
Die Witwe des im Jahre 1814 verstorbenen Erbprinzen ließ den Garten im englischen Stil gestalten. Das westlich sich anschließende Gelände, zur heutigen Willy-Lohmann-Straße, und weiter über das bereits unter Fürst Franz angelegte Akazienwäldchen, bis hin zum heutigen Tivoli, wurde in die Gestaltung einbezogen. An der Kavalierstraße entstand das Palais des Prinzen Georg (Palais Reina), die spätere Anhaltische Gemäldegalerie. Auf dem heutigen Stadtparkgelände entstand die Anhaltische Landesbank und, gegenüber der Straße, die Landessparkasse.
Durch die Industrialisierung veränderte sich die Stadtstruktur entscheidend. Der Nördliche Teil des heutigen Stadtparks wurden bebaut, gleichzeitig gingen die landschaftlichen Verbindungen
verloren.
Von 1872-1875 wurde das Behördenhaus errichtet und später die Anhaltische Landesverwaltung angesiedelt. Zwischen Behördenhaus und Palais wurde der Garten mit einem Wasserspiel
angelegt. Nach dem Abriss des Herzoglichen Palais bekam der Stadtgarten einen freien Zugang für die Bürger. An der Orangerie fanden Pflanzenausstellungen statt, in das Marstallgebäude
zogen Gärtner ein. Es wurden Blumenbeete mit Kübelpflanzen im Garten angelegt. Auf dem
Rondell/Stern stellte man eine Sonnenuhr auf und legte Dahlienbeete an. Während des zweiten Weltkrieges wurden im Stadtpark Kartoffeln, Gemüse und Kräuter angepflanzt.
Im Jahre 1945, nach der Zerstörung Dessaus, bot der Stadtgarten einen traurigen Anblick. In den 1950er Jahren begann die Wiederherstellung und Pflege der Anlage und später die Beräumung der Ruinen der Landesbank, der Gemäldegalerie und des Behördenhauses. In den 60er Jahren entstand nach Plänen des Gartenarchitekten Hans Keller aus dem Palaisgarten und weiteren Flächen der „Stadtpark“ mit einer Größe von 8 ha. Die Flächen wurden begrünt, die Bäume gepflanzt und der Rand mit einer kleinen Mauer befestigt. An der westlichen Stadtgartengrenze wurden die drei Y-Häuser gebaut und die Orangerie zur Gaststätte „Teehäuschen“ vom Architekten Gunther Ullrich umgebaut.
Im Jahr 1972 wurde im Park der Kinderspielplatz mit Skulpturen angelegt und der Spielplatz - „Elefant“ errichtet. Das Becken des Springbrunnens wurde vergrößert und mit einer Fontäne versehen. Bildwerke beleben die Wege und Freiräume des Stadtparks. 1980 hat die bewegte Geschichte dieses „Areals“ seinen Gestaltungsabschluss gefunden. Im Stadtpark befinden sich unterschiedliche Skulpturen und Denkmale, wie die des „Wilhelm Müller“ und „Friedrich Schneider“, „Opfer des Faschismus“, die Skulpturen „Anette“ und „Frühling“ und die „Weltmittagsuhr“. Der Springbrunnen „Stadtgespräch“ wurde im Jahr 2002 von Christine Rammelt-Hadelich geschaffen. Viele bekannte Künstler engagierten sich für die Gestaltung der Stadtparks. 
Quelle:  www.reisewerk.dewww.dessau.de, www.stadtpark-dessau.de

 



Kalenderblatt vom 09.12.2012

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