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10.01.2012 - Roßlau – bedeutende Schifferstadt an der Elbe

Historische Ansicht der Stadt RoßlauHeute lernen wir Dessau-Roßlau von einer anderen Seite kennen.

Um 1215 wurde der Ort als „Rozelowe„ als Lehen des Reichsstifts zu Quedlinburg erstmals urkundlich erwähnt und tauchte als „Dat borchlen zu Rozlau„ 1359 erneut auf. Dieser Name ist niederländisch und deutet auf die Gründung und Besiedlung Roßlaus durch Bewohner der niederländischen Ortschaft Reuzel hin.

Mit dem Bau der ersten Elbbrücke 1583, die ständig Kriegsvolk anzog, war Roßlau viele Male Schauplatz blutiger Schlachten. Durch gewaltige Feuersbrünste in den Jahren 1616, 1637 und 1717 wurde das kleine Städtchen, welches erst 1603 Stadtrecht erhielt, zerstört.
Das wohl älteste Gebäude der Stadt befindet sich direkt an den Elbwiesen und der Rossel. Dieser Flämingbach hat seinen Ursprung in mehreren Quellen zwischen Köselitz und Grochewitz und mündet nach etwa 25 km bei Roßlau in die Elbe. Die Wasserburg kann inzwischen auf eine fast 1000jährige Geschichte zurückblicken und war früher teilweise Witwensitz der Fürstin von Anhalt.
Auch wenn es erst 1847 zur Gründung eines Schiffervereins kam, war Roßlau seit 1439 als Schiffsumschlagplatz bekannt und verleiht der Stadt den Beinamen „Schifferstadt“. Die Gebrüder Sachsenberg gründeten 1844 ihre Maschinenfabrik, die sie 1866 um die, bis heute bestehende, Schiffswerft erweiterten. Diese war bis 1900 zur größten Binnenwerft Europas herangewachsen und jede dritte Familie aus Roßlau lebte von der Schifffahrt.
Ab 1907 gab es eine Straßenbahnverbindung zwischen Dessau und Roßlau, die mit der Zerstörung Dessaus 1945 wieder eingestellt wurde.
Im Herbst 1933 richtete die nationalsozialistische anhaltische Regierung im ehemaligen Volkshaus eines der frühen Konzentrationslager ein, welches im Sommer 1934 geschlossen wurde. Mit dem Bau der Pionierschule, Kasernen und Truppenübungsplätzen war Roßlau seit 1935 eine Garnisonsstadt, die bis 1990 von den sowjetischen Besatzungstruppen genutzt wurde.

Weitere wichtige Industriezweige in der Geschichte Roßlaus sind die Porzellanfabrik H. Schomburg & Söhne, das Tetralinwerk (heute Deutsches Hydrierwerk) und die Impfstoffwerke Rodleben.

Wussten Sie, dass es 1765/66 zu Massenhochzeiten in der Kirche „Sankt Marien“ kam? Der Ruf der russischen Zarin Katharina der Großen folgten viele Kolonisten, die vor der Auswanderung noch heiraten wollten. 



Kalenderblatt vom 10.01.2012

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