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10.04.2012 - "Ich habe nicht unnütz gelebt." Christian Friedrich Samuel Hahnemann

Christian Friedrich Samuel HahnemannDer Begründer der Homöopathie erblickte am 10. April 1755 in Meißen das Licht der Welt. Er war Mediziner, Schriftsteller und Übersetzer. Obwohl Hahnemann in bescheidenen Verhältnissen aufwuchs, erhielt er trotzdem eine gute Ausbildung und ein Stipendium an der Fürstenschule St. Afra in Meißen. Ab 1775 studierte er in Leipzig sowie in Wien Medizin und Chemie und verdiente sich nebenbei seinen Lebensunterhalt mit Übersetzungen medizinischer Texte. Zwei Jahre später ging der junge Hahnemann nach Siebenbürgen (Rumänien), um dort für Freiherr Samuel von Bruhenthal als Leibarzt und Bibliothekar zu arbeiten. Nach seiner Rückkehr 1779 promovierte er an der Friedrichs-Universität Erlangen und verdiente sich fortan als Arzt, Chemiker und Schriftsteller. 1781 führte ihn sein Weg nach Dessau, wo er in der Mohrenapotheke eine Ausbildung absolvierte und sich in die Apothekerstochter Henriette Küchler verliebte. Sie heirateten ein Jahr später. In Gommern eröffnete Hahnemann als Arzt eine eigene Praxis, die er zeitweise aufgab, da sie in bestimmten Phasen von zu wenigen Patienten genutzt wurde. In anderen Zeiten kamen jedoch so viele Patienten zu ihm, um sich behandeln zu lassen, dass er die Arbeit kaum bewältigen konnte. Hahnemann war ein Gegner der damaligen Behandlungsmethoden wie Aderlässe, Einläufe und dergleichen. Ebenso kämpfte er für bessere Hygiene und eine gesunde Lebensweise, was ihm viel Ärger mit anderen Ärzten einbrachte. Das Resultat war, dass er seine Arbeit als Arzt niederlegte und sich mit Selbstversuchen beschäftigte, bei denen er herausfand, dass man Ähnliches durch Ähnliches heilen konnte. Eine neue Heilmethode war geboren. Außerdem veröffentlichte er das Ergebnis seiner „Weinprobe auf Eisen und Blei“, bei der die Verfälschung von Wein mit giftigem Bleizucker nachweisbar war. Diese „Hahnemannsche Weinprobe“ wurde für alle Berliner Weinhändler Pflicht. 1821 zog Hahnemann mit seiner Familie nach Köthen, wo er bis 1835 blieb und als Leibarzt von Herzog Ferdinand arbeitete, der ihn schon ein Jahr nach seiner Ankunft dort zum Hofrat ernannte. Für viele Kranke war Samuel die letzte Rettung und so wuchs seine Praxis. In Erinnerung an seine eigenen Hungerjahre behandelte er jährlich zwölf Patienten kostenlos. 1830 starb seine Frau Henriette, fünf Jahre später heiratete Hahnemann die 35-jährige französische Malerin Mèlanie d`Hervilly. Mit ihr ging er nach Paris, wo er bis zu seinem Tod am 2. Juli 1843 als erfolgreicher Arzt arbeitete. Hahnemann hinterließ eine große Zahl an Schriften. Neben seinem Hauptwerk „Organon der Heilkunst“, das auch als die Bibel des Homöophaten bezeichnet wird, verfasste er unter anderem auch zwei Bände eines Apothekerlexikons (1793 und 1795). Auf Hahnemanns Grabstein steht, auf eigenen Wunsch die Inschrift: „Non inutilis vixi“, „Ich habe nicht unnütz gelebt.“
 



Kalenderblatt vom 10.04.2012

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