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10.09.2012 - Güntersberge - die ehemals kleinste Stadt im Harz

Ein staatlich anerkannter Erholungsort und Ortsteil von Harzgerode, ist die kleine Stadt Güntersberge. Man vermutet die Gründung von Güntersberge im 11. Jahrhundert und dessen Abstammung aus einer fränkischen Siedlung. Ursprünglich setzte sich Güntersberge aus zwei Ortschaften zusammen, aus dem Güntersberg und dem Alten Dorf. Trotz der günstigen Lage an einer florierenden Handelsstraße, wurde Güntersberge öfters verpfändet; 1413 an die Landgrafen von Thüringen, 1435 an die Landgrafen von Stolberg und 1546 an den Fürsten Georg III. von Anhalt. Bis 1945 gehörte es zum Territorium des Landes Anhalt. Einige Wichtige Ereignisse der Geschichte von Güntersberge waren die Verleihung des Stadtrechts im Jahr 1491, das Entstehen verschiedener Bergwerke in den Jahren 1692–1735, die Gründung der Schützengilde 1841, die Gründung der Bürgerwehr 1853, die Gründung einer eigenen Feuerwehr 1888 und eines eigenen Sägewerkes 1880, die Installation des elektrischen Lichts 1924 und der Wasserleitungsbau im Jahr 1929. Das rot-weiße Wappen entstand etwa im 15. Jahrhundert. Er zeigt die Stadtmauer mit offenem Tor, zwei Türmen und einem schwarzen, aufgerichteten Bären mit Halsband und Krone. Der Bär drückt die Zugehörigkeit zum Fürstentum Anhalt aus.Er war das Wappentier des anhaltischen Fürsten.Die Mauern und Türme weisen auf eine Befestigung bzw. eine Burg hin, von welcher heute noch Reste auf dem Gierskopf zu sehen sind. Während des Zweiten Weltkrieges mussten verschleppte Männer und Frauen aus der Sowjetunion in der Rüstungsproduktion der Stockschen Werke unter Zwang arbeiten. Am 14. April 1945 wurde der Ort durch amerikanische Truppen besetzt und am 2. Juli 1945 marschierte die Rote Armee ein. Es folgten Zeiten des Umbaus und die Stadt entwickelte sich.Der Schulunterricht wurde zehnklassig, eine Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft„ Karl Marx“ wurde gegründet und der Industrieofen- und Anlagenbau hielt Einzug in die Hallen der ehemaligen Stockschen Werke. 1992 wurde das KiEZ (Kinder- und Erholungszentrum – ehemals zentrales Pionierzeltlager) gegründet. Als größte Ferienanlage in Sachsen-Anhalt ist sie die Institution mit den meisten Arbeitsplätzen am Ort. Im Jahre 1997 wurde das „Mausefallen – und Kuriositätenmuseum“ durch Familie Kuepper eröffnet. Der Esperanto – Jugendweltkongress mit 360 Teilnehmern fand 1996 in Güntersberge statt. Seit April 2001 ist Güntersberge „staatlich anerkannter Erholungsort“ und gehört seit dem 1. August 2009 als Ortsteil zur Einheitsgemeinde Harzgerode. Der Bergsee, ein ehemaliger Mühlteich, ist nicht nur im Sommer ein Anlaufpunkt, hier kann man Baden oder Rudern. Viele andere Teiche sind hier noch zu finden und laden zu einer Entdeckungstour ein. Ein Wanderweg mit Einbindung der Bahnhöfe Selketal–Bahn und der Harzer Schmalspurbahn, der sogenannte „ Selketalstieg“, wurden im August 2006 eröffnet. So kann man Teilabschnitte oder Strecken mit der Bahn und dem Rad zurücklegen oder einfach nur wandern.



Kalenderblatt vom 10.09.2012

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