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10.10.2012 - Die Kehlsburg bei Klieken

Kehlsburg bei Klieken. Foto Naturpark FlämingDie Flur- oder Ortsbezeichnung  "Berg" oder "Burg" finden wir in unserer Region auch dort, wo es weder Erhebungen noch Mauerreste gibt. Mitunter wurden kleinste Umwallungen schon "Burg" genannt, und bei gründlicher Betrachtung fallen Feld- und Ziegelsteine auf, die einst als Mauerwerk dienten.
In der Nähe des Dorfes Klieken befindet sich in der Elbaue eine solche Wallanlage, die Kehlsburg. Etwa einen Kilometer südlich von Klieken liegt sie weit vor dem Vorwerk Werder, in der Nähe eines Armes der alten Elbe. Das Gelände befindet sich mitten auf einem Feld. Kein Weg führt dorthin. Nur ein niedriger, etwa 6 Meter hoher Hügel blieb erhalten. Er wird von einem nahezu kreisförmigen Graben umschlossen, dessen Sohle gut 2 Meter tief ist. Die Anlage hat einen Durchmesser von 40 Metern und wurde offenbar aus dem Aushub des Grabens aufgeschüttelt. Das ganze gleicht einer Insel mit wild gewachsenen Bäumen und Dornengestrüpp. Drei beachtliche Eichen überragen alles. Sommers wie Winters bietet der nur schwer zu ersteigende Hügel verschiedenen Tierarten Unterschlupf. An der höchsten Erhebung birgt die Erde eine ehemalige Schutzanlage. Sie war sicher alles andere als stattlich, vermutlich noch kleiner als die Wallwitzburg bei Dessau. Da die Elbe früher anders verlief, was die Altwasser in unmittelbarer Nähe beweisen, könnte die Kehlsburg bei ihrer Errichtung durchaus am jetzt 2 Kilometer entfernten Flussufer gelegen haben.
Erst 1822 wird eine "Kehlitzburg" bei Klieken erwähnt. Der Name "Kehlsburg", "Kegelsburg" oder "Kählsburg" kann vom Gründer oder Landbesitzer abgeleitet sein. Bereits 1334 wird ein Heinrich Kegel erwähnt, der in dem Dorfe Steinbecke gelebt haben soll, das in der Nähe am Katschbach lag. Ein anderer Kegel war Ende des 14. Jahrhunderts Landkomtur (Verwalter) der Ballei (Provinz) Sachsen in Buro. Schließlich tauchten in Kirchenbüchern der Gemeinde Buro ähnlich klingende Familiennamen auf, so 1655 Keleß, 1656 Keliß, 1661 Kelß, 1691 Kelitz. Diese Namen blieben zum Teil bis in unsere Zeit erhalten. Funktionen und Geschichte sowie Herkunft der Kehlsburg bleiben dennoch im Dunkeln.
 



Kalenderblatt vom 10.10.2012

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