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10.12.2012 - Hermann Henselmann - ein Archirtekt aus Roßlau

Hochhaus von Hermann Henselmann an der Weberwiese in Berlin

Hermann Henselmann wurde am 3. Februar 1905 in Roßlau als Sohn eines Holzbildhauers geboren. Da sein Vater den Wunsch hegte, dass sein Sohn einmal den Betrieb weiterführen sollte, absolvierte Henselmann eine Tischlerlehre und kam so in Kontakt mit dem Kunsthandwerk. Nach dem Abschluss seiner Lehre begann er im Jahr 1923 für drei Jahre ein Studium an der Handwerker– und Kunstgewerbeschule in Berlin. Er lernte dort Zeichnen, Modellieren und Gestalten. Nebenher arbeitete Henselmann als Zeichner für die Architekten Arnold Bruhns und Leo Nachtlicht in Berlin. Im Jahre 1930 eröffnete er ein eigenes Architekturbüro. Er errichtete einen modernen und gestalterischen Bau und erhielt Aufträge für Einfamilienhäuser. Nach vier Jahren geriet Henselmann in Konflikt mit dem Nationalsozialistischen Regime. Er musste seine selbstständige Tätigkeit aufgeben und begann in dem Büro von Carl Brodführer und Werner Issel zu arbeiten. Von 1945 bis 1949 wurde er Direktor der Hochschule für Bildende Künste in Weimar und kurz vor Kriegsende flüchtete Henselmann mit seiner Familie nach Gotha. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde er Kreisbaurat von Gotha. 1946 wurde er zum Direktor der Hochschule für Baukunst und bildende Künste in Weimar berufen. Nach vier Jahren verließ Henselmann die Hochschule und ging an das Institut für Bauwesen der Deutschen Akademie der Wissenschaften in Ost-Berlin. Er übernahm 1951 die Leitung der Meisterwerkstätte und wurde zusammen mit Hanns Hopp und Richard Paulick zu Zeichnungsentwürfen für die Bebauung der Stalinallee aufgefordert. Henselmann plante die Bebauung am Strausberger Platz und am Frankfurter Tor unter Verwendung von Betonfertigteilen für die gewünschte Industrialisierung. Nach zwei Jahren wurde er Chefarchitekt von Groß-Berlin. Er nahm am Wettbewerb zur „sozialistischen Umgestaltung des Zentrums der Hauptstadt der DDR“ teil. Henselmann präsentierte einen Entwurf für den 300 m hohen „Turm der Signale“, der zehn Jahren später am Alexanderplatz realisiert wurde. Von 1959 bis 1964 war er Chefarchitekt des Instituts für Sonderbauten der Bauakademie. Von 1964 bis 1967 konzentrierte er sich auf die architektonische Gestaltung des Massenwohnungsbaus. Ab 1967 war er Chefarchitekt des Instituts für Städtebau und Architektur der Bauakademie. Diese Position hatte er bis 1972 inne. Außer seiner Bautätigkeit beschäftigte sich Henselmann seit Gründung der DDR auch mit politischen Themen. Hermann Henselmann starb kurz vor seinem 90. Geburtstag in der wiedervereinigten Stadt Berlin.

 


 



Kalenderblatt vom 10.12.2012

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