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11.03.2012 - Zerbst - die Bollenstadt

Statue von Katharina II., im Hintergrund SchlossruinenAm Rande des Flämings und von der Nuthe durchzogen, liegt die Stadt Zerbst im heutigen Landkreis Anhalt-Bitterfeld.
Als Gau „Ciervisti“ wurde der Ort erstmals 948 in einer Urkunde erwähnt.
Nachdem im Jahre 1007 der polnische Herzog Boleslaw I. die Stadt einnahm und einen Großteil der Einwohner verschleppte, konnte man im frühen 12. Jahrhundert eine erneute Besiedlung in der Region nachweisen. Albrecht der Bär ließ anstelle der hinterlassenen slawischen Wasserburg eine neue Burg errichten, die später durch das repräsentative Schloss ersetzt wurde.
Östlich der Burg entstand die Burgsiedlung mit der Bartholomäus-Kirche, ein Stückchen weiter die Marktsiedlung mit der Kirche St. Nikolai. Beide Siedlungen wuchsen im 13. Jahrhundert zu einer Stadt zusammen und wurden von einer ersten Stadtbefestigung, dem Vorläufer der späteren Stadtmauer, umgeben.
Im Jahr 1235 wurde das Franziskanerkloster gegründet, 18 Jahre später übernahmen die Markgrafen von Brandenburg die Herrschaft über Zerbst.
Ihre Blütezeit hatte die Stadt an der Nuthe im 14.-15.Jahrhundert, in dem sie sich zu einer der bedeutendsten Städte Mitteldeutschlands entwickelte. Zerbst erlangte großen Reichtum durch Gemüseanbau und Bierbrauerei.
1307 fiel der Ort in den Besitz der Askanier, als Graf Albrecht I. von Anhalt Stadtherr wurde.
Seit Ende des 14. Jahrhunderts ziert der Roland den Zerbster Marktplatz, vorerst aus Holz, später aus Sandstein.
Die Stadt blieb allerdings auch nicht von Bränden und Kriegen verschont und erlitt bereits während des 30 jährigen Krieges erste große Verluste. Ende des 2. Weltkrieges wurde es am 16.04.1945 durch Bomben sogar zu 80% zerstört, vom Schloss zum Beispiel sind heute nur noch wenige Ruinen erhalten. Dieses Schloss gehörte einst Prinzessin Sophie Auguste von Anhalt-Zerbst, die 1745 den russischen Thronfolger Peter III. heiratete und 17 Jahre später als Katharina II. selbst den Thron bestieg. In diesem Zeitraum war auch der Barockmusiker Johann Friedrich Fasch als Hofkapellmeister in Zerbst tätig.
Die Stadt bietet heute viele Zeugnisse ihrer Geschichte: alte Bauten, Ruinen, Denkmäler, selbst der in Kriegszeiten 1935 entstandene Militärflugplatz ist heute noch vorhanden.



Kalenderblatt vom 11.03.2012

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