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11.04.2012 - Schloss Mosigkau - die Perle des Rokoko

Schloss Mosigkau - die Perle des RokokoErbaut wurde das Rokoko–Schloss Mosigkau von der Prinzessin Anna Wilhelmine von Anhalt–Dessau. Das kleine Haus, welches heute liebevoll als das kleine Sanssouci bezeichnet wird, gehört zu den letzten weitgehend erhaltenen Rokokoensembles Mitteldeutschlands. Fürst Leopold I. von Anhalt-Dessau schenkte im Jahr 1742/43 zwei Güter in Mosigkau seiner Lieblingstochter Anna Wilhelmine. Die Prinzessin erteilte 1752 dem Dessauer Baumeister Christian Friedrich Damm den Auftrag, mit der Errichtung ihres Sommersitzes zu beginnen. Die ersten Entwürfe stammen vermutlich von dem Sanssouci-Architekten, Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff. Haupthaus, Kavalierhäuser und einige Wirtschaftsbauten reihen sich um den Ehrenhof. Im Schlossinneren lassen sich 17, zum Teil im originalen Zustand, erhaltene Räume besichtigen. Den Hauptbereich und Höhepunkt der Gesamtanlage bildet der Galeriesaal im Haupthaus des Schlosses. Mit reicher Stuckatur ausgestattet, birgt der Raum in vertieften Wandfeldern in einzigartiger barocker, lückenloser Hängung bedeutend Gemälde. Die Gemälde stammen hauptsächlich von flämischen und holländischen Meistern wie Anton van Dyck, Peter Paul Rubens und Jacob Jordaens. Aber auch zeitgenössische Maler wie Antoine Pesne hinterließen ihre Gemälde. Einige Räume wie das „gelb-versilberte Kabinett“ und das Musikkabinett sind in ihrem ursprünglichen Zustand erhalten geblieben. Auch kann das Schloss mit einer beachtlichen Sammlung von Bildnissen anhaltischer Fürsten glänzen. Die hohen Fenster des Galeriesaals ermöglichen einen freien Blick auf den im Süden gelegenen kleinen Lustgarten. In jenem Garten ist man fasziniert von den sommerlich–farbenfrohen Blumen des Parterres, den exotischen Kübelpflanzen, den Heckenpartien mit der Kegelbahnlaube, dem Fischteich in dem die Karpfen plantschen und dem Irrgarten. Der prachtvolle Garten lädt zur Erkundung und Entspannung ein. Die am südlichen Zugang gelegenen zwei Orangerien beherbergen die teilweise Jahrhunderte alten Kübelpflanzen. Nach dem Tod der Prinzessin wurde 1780, ihrer Niederschrift entsprechend, im Schloss ein Stift für adelige unverheiratete Frauen eingerichtet, dass bis 1945 seinen Bestand hatte. An die vergangene Zeit erinnert heute eine rekonstruierte Stiftsdamenwohnung und der Stiftfriedhof im Schlossgarten, welchen man noch heute besichtigen kann.

Mosigkau ist der architektonisch vollkommenste Bau aus dem Rokokozeitalter in Anhalt“ Ludwig Grote, 1929



Kalenderblatt vom 11.04.2012

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