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11.05.2012 - Christian I. Fürst von Anhalt – der Kanzler des Winterkönigs

Christian I. von Anhalt-Bernburg Der zweite Sohn des Fürsten Joachim Ernst von Anhalt und dessen erster Frau Gräfin Agnes von Barby, Christian I., wurde am 11. Mai 1568 in Bernburg geboren. Der selbstbewusste Fürst genoss eine umfassende Ausbildung in Dessau durch Caspar Gottschalk. Vor allem in Latein, Italienisch und Französisch war der junge Fürst bewandert. Dies resultierte aus den zahlreichen diplomatischen Missionen, die er schon im Kindesalter erlebte.
Er war ein sehr intelligenter und ehrgeiziger Diplomat, der 1586 nach Dresden ging und dort mehrere Jahre als enger Freund des sächsischen Kurfürsten Christian I. am Hofe verweilte. 1595 wurde Christian I. von Anhalt-Bernburg Statthalter der Oberpfalz und heiratete Gräfin Anna von Bentheim-Tecklenburg.
Als Anhänger des Calvinismus, einer theologische Bewegung, die die reformierten Kirchen Westeuropas nachhaltig prägte, gründete er 1608 die Protestantische Union. Die Führung dieser antikatholischen und antikaiserlichen Vereinigung übernahm Friedrich V. von der Pfalz. Als dessen Reichskanzler verhalf Christian ihm 1610 zur Erhebung zum König von Böhmen, dem sog. Winterkönig. Durch seinen Halbbruder Ludwig I. von Anhalt-Köthen wurde er 1619 in die Fruchtbringende Gesellschaft aufgenommen.
1620 sollte sich Christians Leben schlagartig ändern. Als er mit seinem böhmischen Heer die „Schlacht am Weißen Berg“ gegen die katholische Liga verlor, wurde er geächtet und musste ins Exil zunächst nach Schweden und später ins dänische Flensburg fliehen. Erst 1624 wurde diese Reichsächtung durch den Kaiser aufgehoben und Christian I. kehrte an das Schloss nach Bernburg zurück.
Dort starb er am 17. April 1630. Als erstes Familienmitglied wurde er in der von ihm errichteten Familiengruft in der Schlosskirche „St. Aegidien“ beigesetzt. Sein Sohn Christian II. von Anhalt-Bernburg übernahm die Regierungsgeschäfte.
 



Kalenderblatt vom 11.05.2012

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