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11.08.2012 - Die Geschichte des Bieres in Dessau

Pferdegespanne mit Brauereiwagen fuhren bis Mitte der 50er Jahre in den Sommermonaten durch Dessaus Straßen. In den Fässern befand sich loses Malzbier aus Aken und Zerbst, welches angepriesen wurde. Die Verkäufer bimmelten mit einer Handglocke und kündigten das „Braunbier“ an. Später füllte man die Bierflaschen, mit dem damals üblichen Bügelverschluss, je bis zur Hälfte mit Wasser und Malzbier, gab Zucker dazu und ließ es ein paar Tage stehen. Das knallte dann dementsprechend beim Öffnen und weil es als „Arme-Leute-Bier“ galt, bekam das Getränk im Volksmund den Namen „Puparschknall“. Noch heute ist dieser Namen jedem Dessauer ein Begriff. Die Schultheiß–Brauerei in der Brauereistraße und die Schade-Brauerei in der Langen Gasse wurden 1949 zum VEB Brauerei Dessau vereinigt. Früher freuten sich alle auf das traditionelle herbstliche Bockbieranstechen, da in den Anfangsjahren der DDR nur am Wochenende oder zu Feierlichkeiten Bier getrunken wurde. Der Verkauf von Flaschenbier in Kaufhallen nahm rasant zu. Bierkenner bevorzugten lieber braune Flaschen und drehten sie vor dem Kauf auf den Kopf, um zu sehen, ob das Bier sich trübte und sich Schwefelteilchen absetzten. Zum großen Getränkekombinat vereinigte man 1971 neun Betriebe und 43 Produktionsstätten des Betriebes Halle. Von 1973 bis 1990 wurde die Brauerei rekonstruiert und modernisiert, so dass Abfüllanlagen automatisch gesteuert wurden und 20 neue Bierreaktoren entstanden. Es gab dann auch verschiedene Biersorten, unter anderem „Dessater“, „Castar“ oder „Alter Dessauer“, um nur einige zu nennen. Mit der Wende übernahm die Bayerische Braustiftung „J. Schörghuber und Co. Holding KG“ die hiesige Brauerei. Die Bierreaktoren wurden nach Holland verkauft und der Betrieb kurz darauf geschlossen. Heute dient ein Teil der Brauerei öffentlichen Veranstaltungen, Ausstellungen und Vereinen.

Hier noch ein kleines Rezept zum Ausprobieren.

„Dessauer Biersuppe mit Milch“

Zutaten:

1 EL Mehl
200 ml kalte Milch
1 Liter Bier
Zucker, Salz
3 Eigelb

Zubereitung:

Das Mehl in etwas Milch zum Kochen bringen. Die restliche Milch aufkochen und das angerührte Mehl in die kochende Milch geben. 1 Liter Bier mit etwas Zucker erhitzen und kurz aufkochen lassen. Dann unter ständigem Rühren zur Milch geben. Mit Salz abschmecken und mit 3 Eigelb abziehen. Fertig ist die Suppe.
 



Kalenderblatt vom 11.08.2012

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