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11.09.2012 - Die Industrie in Bernburg (Saale)

Das Solvay-Werk in Bernburg (Saale)Die Stadt Bernburg verfügt über reiche Vorkommen an Steinsalz und Kalkstein. Sie ist zudem infrastrukturell sehr gut an Wasser -und Straßenwege sowie an Eisenbahnverbindungen angebunden. Seit dem 15. Juli 1880 stellt das Solvay-Werk Bernburg Soda, Natriumhydrogencarbonat und Wasserstoffperoxid her. Diese Chemikalien werden für die Lebensmittelindustrie, die Tierfutterherstellung sowie für die Papier- und Zellstoffindustrie verwendet. Weiterhin werden sie im Bereich der Wasch-, Reinigungsmittel- und Feuerlöschmittelherstellung eingesetzt. 600.000 Tonnen Soda werden jährlich hergestellt. Es ist der wichtigste Rohstoff in der Glasindustrie. Ernest Solvay, belgischer Erfinder und Industrieller, beantragte die Konzession für die Sodafabrik in Bernburg um 1880. Im Jahr 1939 wurde das Werk zunächst unter die Aufsicht der Nationalsozialisten gestellt und später zwangsverwaltet. 1945 stillgelegt, wurden die Werksanlagen zur Abzahlung von Kriegsschulden nahezu vollständig demontiert. 1952 wurde die Sodaproduktion als Volkseigener Betrieb (VEB) der DDR wieder aufgenommen. Am 1. Januar 1965 wurde dann der VEB Vereinigte Sodawerke „Karl Marx“ Bernburg-Stassfurt gegründet und an das Chemiekombinat Bitterfeld angeschlossen. 1991 wurde das Sodawerk wieder der Solvay-Gruppe angegliedert. Neben dem Solvay-Werk im Industriegebiet, sind die Envia Energie AG mit dem Umspannwerk und das von der Tönsmeier-Gruppe betriebene Heizwerk ansässig.

Im Juli feierte das Salzwerk in Bernburg sein 100. Jubiläum, eine Ausstellung befindet sich im Schloss Bernburg. Seit Mai 1952 arbeitet das Salzwerk Bernburg mit dem Museum zusammen, viele Werke sind unter oder über Tage entstanden und der Verein „Bernburger Bergknappen 1890 e.V.“ pflegt die bergmännischen Traditionen. Im Jahr 1889 wurde in Goslar die „Aktiengesellschaft für Bergbau und Tiefenbohrung“ gegründet, welches der älteste Vorläufer der „K+S Aktiengesellschaft“ sind. Die K+S-Gruppe setzte sich aus der „Salzdethfurth AG“ und der „Wintershall AG“ zusammen. Im Jahr 1912 begannen die Förderarbeiten mit dem 80m hohen Förderturm und nach Modernisierungsarbeiten im Jahr 2000 gehört das Werk zur „Esco-European Salt Company“. Die Wurzeln der K+S-Gruppe reichen bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück, als die ersten Düngemittelfabriken entstanden. Jährlich werden etwa 2,5 Millionen Tonnen Steinsalz und andere Salze für die Produktion von Speise-, Gewerbe-, Industrie- und Auftausalz produziert.

Zement ist einer der wichtigsten Grundbaustoffe für unterschiedliche Bauaufgaben. Die Schwenk Zement KG unterhält, außer in Bernburg, noch weitere Niederlassungen an Standorten in Deutschland und im europäischen Ausland. Das Schwenk Zementwerk in Bernburg wurde 1990 neu errichtet. Der gezielte Einsatz von ausgewählten Roh- und Brennstoffen leistet einen wirksamen Beitrag zum Umweltschutz. Beste Umwelttechnologien werden angestrebt und nehmen einen hohen Stellenwert ein. Die Verwendung alter Rohstoffe von Verpackungsmaterial, Altreifen und Klärschlamm ermöglichen den Verzicht von Kohle. Die wichtigsten Rohstoffe für die Zementherstellung sind: Kalkstein, Ton und Mergel. Im Drehrohrofen (hier Lepolofen), wird das Rohmehl bei 1450 °C zu Klinkern gebrannt und anschließend unter Zugabe von Zusatzstoffen zermahlen. Ein Großteil des Fertigproduktes wird auf Schiffe und Schienenfahrzeuge verladen, ein geringerer Teil wird für Baumärkte in Säcke abgefüllt.

 



Kalenderblatt vom 11.09.2012

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