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11.11.2012 - Caroline Bardua - Porträtistin aus Ballenstedt

Caroline Bardua - Selbstbildnis mit Laute, 1822Caroline Bardua wurde am 11. November 1781 in Ballenstedt geboren. Sie war eine Tochter des Kammerdieners Johann Adam Bardua und dessen Frau Sophie Sabine Kirchner in Ballenstedt.
Caroline hatte sich beruflich für die Kunst entschieden. Von 1805 bis 1807 lernte sie als Malerin bei Johann Heinrich Meyer in Weimar. Dort lernte sie Johann Wolfgang von Goethe kennen. In der Zeit von 1808 bis 1811 war sie eine Schülerin von Gerhard von Kügelgen in Dresden. Mit Ausdauer, Fleiß und Konzeptionsfähigkeit zeichnete sie sich als vorteilhafte Schülerin aus und wurde mit besonderem Interesse angenommen. Hier schuf sie hauptsächlich Porträts und fertigte Kopien von Gemälden an.
Caroline besuchte oft Coswig, hier lebten viele vergnügte Leute, das Städtchen stand in gutem Ruf. Hier trafen die Familien zusammen, gingen spazieren, machten Picknick im Freien oder wanderten nach Wörlitz. Caroline traf sich hier gerne mit ihrer Schwester zum Kaffee oder um einen schönen Abend zu verbringen. Bei diesen Ausflügen pflegte Caroline ihre Kontakte zum Fürstenhof. Die Fürstinnen wünschten die Bekanntschaft mit Caroline. Dann wurde sie in das Coswiger Schloss und bei der Fürstin in Zerbst zum Tee eingeladen. Sie durfte die Fürstin Christine malen, danach den Hofmarschall mit seiner Frau und ein Hoffräulein. Für sie wurde ein freundliches Atelier im Schloss eingerichtet. Am ganzen Hof waren alle vollkommen zufrieden mit Caroline, ihre Malereien brachten frischer Wind und Leben in das stille Schloss. Nach Vollendung aller Aufträge kehrte Caroline wieder nach Hause zurück und blieb aber mit dem Hof in Verbindung. Sie machte die Bekanntschaft mit Anton Graff und Kasper David Friedrich und porträtierte sie. Caroline entwarf Titelblätter für die Zeitungen und trat im Freundkreis als Szenenbildnerin in Erscheinung. Nach dem Ende der Ausbildung bei Kügelgen, bereiste Caroline, gemeinsam mit ihrer Schwester Wilhelmine Bardua, Paris und Frankfurt.
Im Jahre 1819 kamen beide gemeinsam und unverheiratet wieder zurück nach Berlin. Dort führten sie einen Salon. Caroline fand dort schnell Zugang zur Gesellschaft und zu den Künstlerkreisen. Einer der Gäste war der Dichter August Friedrich Ernst Langbein. Unter anderen malte sie Hans Christian Andersen, Carl Maria von Weber und Friedrich de la Motte Fouque. Alle Aufträge bekam sie vom preußischen Hof.
Carolines Werke waren in Berlin gefragt, was jedoch bald ins Gegenteil umschlug. Vor allem ihre Ausstellung im Jahre 1822, wo Porträts der Familienmitglieder des Prinzen gezeigt wurden, führte zu starker Kritik an der Künstlerin, weil sie keine akademische Ausbildung abgeschlossen hatte.
Caroline hat eine enge Beziehung zu Bettina von Arnim und ihrer Familie. Im Jahre 1834 gründeten Caroline und Wilhelmine Bardua mit den Töchtern der Bettina von Arnim und anderen unverheirateten Frauen die weibliche Künstlergesellschaft „Kaffeter“. Die Gesellschaft bestand bis 1848.
Aus finanziellen Gründen verließen beide Schwestern 1848 die Stadt Berlin. Es begann ein Wanderleben zwischen kleineren Städten, wie Heidelberg oder Krefeld und Jahre später zogen sie nach Ballenstedt. Die beiden Schwestern lebten lange zusammen. Nach dem Tod von Caroline am 2. Juni 1864 schrieb Wilhelmine Bardua die Biografie ihrer Schwester. Wilhelmine verstarb nur ein Jahr später.

 



Kalenderblatt vom 11.11.2012

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