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12.03.2012 - "Und da war es nur noch Einer…" - Das Stadtschloss Dessau und sein Johannbau

Johannbau

Das Residenzschloss, oder auch Stadtschloss von Dessau, ist heute leider nicht mehr im Ganzen enthalten. Seit dem schweren Bombenangriff auf Dessau 1945 existiert von der dreiflügeligen Anlage nur noch der Johannbau, der ehemalige Westflügel des Schlosses.

Das Dessauer Schloss selbst wurde 1341 aus den Steinen der zerstörten Burg Waldersee errichtet und brannte im 15. Jahrhundert gleich zweimal ab. Als Bauherren für die neue Schlossanlage gelten die Fürstenbrüder Johann IV., Georg III. und Joachim aus Dessau.
Eine genaue Zeitangabe für den Bau gibt es nicht, Signaturen im Treppenturm des Johannbaus bestätigen aber immerhin eine Bauzeit von 1531–1533.
Nachträglich gefundene Unterlagen weisen daraufhin, dass 1528 Baumaterial aus Sachsen bestellt wurde. Das lässt vermuten, dass bereits Ende der 1520er Jahre mit dem Schlossbau begonnen wurde. Der Johannbau ist nach seinem Bauherrn Johann IV. benannt und einer der ersten Renaissancebauten in Mitteldeutschland. Charakteristisch für ihn sind die Rundbogengiebel, die mit Lilienmaßwerkfriesen und Kugeln verziert sind, sowie der Treppenturm mit der aufsteigenden Wendeltreppe.
Fürst Leopold ließ 1708 den Nordflügel des Schlosses abreißen und machte es damit zu einer Dreiflügelanlage. Der Ostflügel beherbergte die fürstlichen Gemächer und bot einen wunderbaren Blick auf die Mulde, im Südflügel befand sich der prunkvolle Festsaal.
Noch mehrmals ließ man das Schloss im Laufe der Jahrzehnte ausbauen und erweitern.
Am 7. März 1945  jedoch wurde die Anlage bei dem schwersten Bombenangriff auf Dessau nahezu vollständig zerstört. Nur der Westflügel blieb als schwerbeschädigte Ruine erhalten.
Während der DDR-Zeit unter Denkmalschutz gestellt, erhielt der Johannbau 1957 ein notdürftiges Dach.
Erst 1990 – 1997 und dann noch einmal nach 2001, konnte die Ruine endlich saniert werden und erhielt ihr ursprüngliches Aussehen zurück. Es wurden sogar mit Malerei verzierte Putzreste aus dem Jahr 1549 gerettet und konserviert. Im Innern musste der Bau jedoch völlig neu gestaltet werden, da im Krieg nahezu alles verloren ging.
Seit August 2005 ist der Johannbau für die Öffentlichkeit zugänglich und beherbergt heute das Museum für Stadtgeschichte.
 



Kalenderblatt vom 12.03.2012

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