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12.07.2012 - Henriette Angelika Hartmann – eine Köthenerin schreibt Kindergartengeschichte

Denkmal von Angelika Hartmann in Köthen

Die Pädagogin wurde als zweites Kind des Inspektors der Töchterschule, Carl Eduard Hartmann, am 12. Juli 1829 in Köthen geboren. Der Architekt Gottfried Bandhauer war unter anderem einer ihrer namhaften Taufpaten. Angelika genoss eine gute Erziehung und besuchte die Töchterschule in Köthen, verlor ihre Mutter jedoch bereits im 5.Lebensjahr, den Vater mit 16.
Von da an war das junge Mädchen auf sich allein gestellt und musste ihren Lebensunterhalt als Kindermädchen und durch Erteilung von Privatstunden verdienen. Es ist gut möglich, dass diese einschneidenden Erlebnisse der frühen Verluste zu ihrem sozialen Pflichtgefühl Kindern gegenüber, beigetragen haben.
Der Waisin standen nur wenige Vertrauenspersonen zur Seite, allen voran der Gymnasialprofessor Dr. Karl Schmidt, der ihr auch nahelegte, sich bei einem Seminar durch Bruno Marquart zur Kindergärtnerin ausbilden zu lassen. Dies tat sie dann im Jahr 1859 in Dresden. Anschließend eröffnete sie dort einen privaten Kindergarten, den sie bereits wenige Jahre später in andere Hände übergab und nach Köthen zurück kehrte. In ihrer Heimatstadt rief Henriette Angelika Hartmann dann 1864 den ersten konfessionsfreien Kindergarten nach Fröbel ins Leben, der schon bald überaus beliebt und viel besucht war. Nach dem Abschluss einer dreijährigen Elementarschule, einer höheren Töchterschule und einem Kindergärtnerinnen-Seminar siedelte Angelika 1875 nach Leipzig über, wo sie bis zu ihrem Tode am 22.März 1917 als erfolgreiche Pädagogin und Ausbilderin lebte.
In Leipzig gründete sie auch mehrere Vereine wie den „Leipziger Fröbelverein“, den „Verein Deutscher Mütter“ oder den Kindergartenverein „Hartmannia“. Insgesamt wurden unter Angelikas Leitung etwa 5.000 junge Frauen ausgebildet. 1904 publizierte sie ein eigenes Lehrbuch. Nach ihrem Tode vermachte sie der Stadt Köthen ihr ursprüngliches Wohnhaus als zukünftiges Säuglingsheim, die Stadt schlug dieses Geschenk allerdings aus. Dafür errichtete man in Köthen ein aus Leipzig gestiftetes Denkmal, die „Angelika-Hartmann-Bank“ und benannte eine Kindertagesstätte und eine Schule nach ihr.

 



Kalenderblatt vom 12.07.2012

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