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12.08.2012 - Die Felseninsel "Stein" und die Villa Hamilton im Gartenreich Dessau-Wörlitz

Insel "Stein" mit Villa HamiltonEines der spektakulärsten Denkmäler im UNESCO–Welterbe Gartenreich Dessau–Wörlitz ist die im östlichen Teil der Wörlitzer Anlagen liegende Insel „ Stein“ mit dem einzigen künstlichen Vulkan Europas. In den Jahren 1740 bis 1817 ließ Fürst Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau die künstliche Insel „ Stein“ mit der Vulkan-Nachbildung errichten. Fürst Franz erinnerte die Insel, samt Vulkan und der Villa Hamilton, an seine damalige Italienreise. Wer im 18. Jahrhundert Italien bereiste, kam an dem berühmten Vesuv am Golf von Neapel nicht vorbei, ohne ihn bestiegen oder gesehen zu haben. Die magische Anziehungskraft des Vulkans entstand dadurch, dass er ständig aktiv war. Fürst Franz wollte die Eindrücke seiner Italienreise durch die künstliche Felseninsel „ Stein“ Gestalt verleihen und mit der Villa Hamilton Eindrücke von zeitgenössischer italienischer Architektur vermitteln. Als ein Freundschaftsdenkmal für den britischen Antikensammler, Geologen und Diplomaten, Sir William Hamilton, den der Fürst auf seine Italienreise 1766 in Neapel besuchte, wurde die Villa am Fuße des Vulkanes erbaut und zählt zu den reizvollsten Bauwerken in Deutschland. Der Fürst und Sir Hamilton pflegten, auch nach ihrer gemeinsamen Reise und dem gemeinsamen Aufstieg zum Vulkan, regen freundschaftlichen Austausch. Der Architekt Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff schuf das bauliche Meisterwerk, ausgestattet mit drei eleganten, inzwischen vollständig restaurierten Räumen. Einen weiteren Raum auf der Insel gibt es für die Besucher des Dessau–Wörlitzer-Gartenreiches zu bestaunen, es ist das Kabinett der Nacht. Ein von August von Rode im Jahr 1814 verfasster Gartenführer beschreibt ein „ magisches Licht“. Der oft als Tempel der Nacht bezeichnete Raum konnte ebenfalls vollständig saniert werden. Der Tempel des Tages, ein vom Fürsten unvollendet belassener Raum, wurde durch einen neu restaurierten Fußboden erhalten. 1985 wurde die Insel wegen lang währender Sanierungsarbeiten für die Besucher geschlossen. Nach 20jähriger Bauzeit konnte die Insel 2005 wieder eröffnet werden. Alle wesentlichen, vor allen die statische Sicherung des Bauwerkes, betreffenden Arbeiten wurden abgeschlossen. Der Tempel der Nacht, das grüne Kabinett und der Tempel des Tages wurden 2009 der Öffentlichkeit präsentiert.
Einmal im Jahr kommt es zur künstlichen Eruption des Vulkans. Am 24. August 2012 ist es wieder so weit. Nach einer Gondelfahrt zum „Stein“ erlebt man eine Lesung bewegender Briefe aus dem Jahr 79 n.Chr., dem Jahr des verheerenden Ausbruchs des Vesuvs in Neapel, bevor eine künstliche Inszenierung der Eruption den Vulkan erglühen lässt.

Mehr zu diesem einmaligen Ereignis erfahren Sie unter: www.berliner-konzerte.de
 



Kalenderblatt vom 12.08.2012

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