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12.09.2012 - Der Keßlerturm

Der Keßlerturm in Bernburg (Saale)Der Keßlerturm ist in Bernburg auf dem Friedrichshang zu finden. Vor ca.100 Jahren, am 16. Oktober 1913, wurde er als Geschenk des Fabrikanten Theodor Keßler an die Stadt Bernburg eingeweiht und feiert im kommenden Jahr seinen 100. Geburtstag. Theodor Keßler lebte von 1839 bis 1917 und war Teilhaber der Bernburger Zinngießerei „L. Keßler und Sohn“. Er war zudem auch im Gemeinderat tätig. Die im Stammbaum erwähnte Christine Keßler von Sprengseysen, schrieb vor Kurzem eine Chronik mit dem Titel „Chronik der Keßler von Sprengseysen“, welche zur 1050. Jahrfeier Bernburgs öffentlich vorgestellt werden soll.
Der Keßlerturm ist von weither sichtbar und bei Erwachsenen und Kindern sehr beliebt. Man kann ihn direkt von der Straße und dem Hintereingang erklimmen. Ein kleiner Spaziergang durch den angrenzenden Wald bietet sich ebenfalls an. Die Aussichtsplattform erreicht man nach 88 Stufen, wobei der Turm mehrere Etappen besitzt, welche geschmückt und dekoriert sind. Von der 26m hohen Plattform aus, kann man, bei schönem Wetter und klarer Sicht, bis zum höchsten Berg des Harzes, dem Brocken, sehen. Ein Münzfernrohr erleichtert die Suche nach fernen Dingen. Im Jahr 1961 wurde das Fotografieren auf dem Turm untersagt und den Besuchern aus dem kapitalistischen Ausland war der Zugang verboten. Neben dem Keßlerturm ist in den letzten Jahren eine neue Gaststätte  „Das Haus am Keßlerturm“ eröffnet wurden. Diese wurde im Mai 2002 aus einer Baracke umgebaut. Eine neuerbaute Grillkota (finnisches Blockbohlenhaus mit innenliegendem Grill) lädt selbst im Winter zum Grillen ein. Bei Kaffee und Kuchen oder einem Eisbecher kann man dem Marionettentheater zuschauen oder bei einem Blick auf den Keßlerturm die Seele baumeln lassen. Der Turm ist u. a auch mit der Bernburger Bahn zu erreichen, welche zu DDR-Zeiten als Pionierbahn bekannt war.

Ein Gedicht über den Keßlerturm von F. Blachny lautet folgendermaßen:

Festgefügt aus Quadersteinen,
Hebst du stolz dich aus dem Tale                   
Weitbeherrschend, Wiesen, Wälder
Und den emsigen Lauf der Saale.

Aus dem Kahn grüsst dich der Schiffer,
Aus dem Wald lugt auf das Reh;
Von der Straße winkt der Wandrer
Seinen Gruß hinan zur Höh’.

In dem Schutze deiner Zinnen
Sucht der müde Vogel Ruh’,
Und die Saale murmelt leise
Ihm das Abendlied dazu.

Noch in spätesten Äonen
Mögst du trotzen Braus und Sturm,
Deutschen Bürgerfleißes Zierde,
Froh begrüßter Keßler-Turm.

 



Kalenderblatt vom 12.09.2012

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