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13.02.2012 - Der Bürgermeister, der das Bauhaus nach Dessau holte – Fritz Hesse

Fritz HesseEr gilt als der bedeutendste Oberbürgermeister Dessaus, war ebenso liberaler Politiker und Rechtsanwalt. Die Rede ist von Fritz Hesse, der am 13. Februar 1881 als Sohn eines Bankbeamten in Dessau geboren wurde.
Nach seinem Abitur schlug Fritz Hesse die juristische Laufbahn ein und studierte in Jena, Berlin und Halle. Als er 1907 wieder nach Dessau zurückkehrte, ließ er sich hier als Rechtsanwalt nieder.
Hesses politische Karriere begann 1914 mit der Wahl in den Stadtrat. Daraufhin folgten die Wahl zum Landtagsabgeordneten und das Amt des Bürgermeisters von Dessau. Als Mitglied der Nationalversammlung war Hesse ein Vater der Weimarer Verfassung.
In seiner Zeit als Bürgermeister von Dessau förderte Fritz Hesse maßgeblich den Wohnungsbau, indem er preiswertes Bauland erschließen ließ. Bestärkt durch den Einfluss Hugo Junkers, fasste Hesse im Jahr 1925 den kühnen Entschluss, das Weimarer Bauhaus nach Dessau zu holen. Hesse setzte sich dafür ein, dass Gelder für den Bauhausbau und die Wohnhäuser flossen, damit die Künstler sie nach ihren Vorstellungen gestalten konnten.
Mit Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde auch Fritz Hesse seines Amtes enthoben. Daraufhin verließ er Dessau und eröffnete in Berlin eine Rechtanwaltskanzlei. Nach dem Ende des 2. Weltkrieges kehrte Hesse in seine Heimatstadt zurück und wurde erneut zum Oberbürgermeister gewählt. Nach kurzer Amtszeit widmete sich Fritz Hesse wieder seiner Berufung als Rechtsanwalt und machte sich später sogar als Autor einen Namen. Anfang der 50er Jahre ergriff Hesse abermals die Flucht nach West- Berlin und zog später nach München und Bad Neuenahr, wo er am 30. April 1973 starb.

Fritz Hesse war maßgeblich an der Gründung der LDPD (Liberal - Demokratische Partei Deutschlands) sowie an der Weimarer Verfassung beteiligt. 1956 erhielt er das Bundesverdienstkreuz.
 



Kalenderblatt vom 13.02.2012

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