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13.07.2012 - Oranienbaum – Ein Stück Niederlande in Anhalt

Wappen von OranienbaumAls „Nischwitz“ wurde der Ort südlich der Elbe erstmals 1179 urkundlich erwähnt. Damals als Besitz des Klosters Nienburg. Über die folgenden Jahre ist wenig bekannt, lange Zeit war es still um diese Gegend.
Erst als 1645 die Fürstin Agnes von Anhalt-Dessau hier ein festes Haus errichten ließ, beginnt die Geschichte von Nischwitz neu. Als 1660 Prinzessin Henriette Catharina von Oranien-Nassau, die Gemahlin von Fürst Johann Georg II. von Anhalt-Dessau, den Besitz erhielt und hier eine Produktionsstätte für Glas errichten ließ, wurde der Ort mit Leben gefüllt. Als Erinnerung an die Herkunft der Prinzessin erhielt Nischwitz 1673 den bis heute bestehenden Namen „Oranienbaum“. Henriette Catharina von Oranien-Nassau setzte in Oranienbaum wichtige Impulse für Wirtschaft und Kultur.
Bei der Gestaltung des Ortes holte sie sich ihren Landsmann, den niederländischen Architekten Cornelis Ryckwaert, hinzu und ließ ab 1683 ein Barockensemble aus Stadt, Park und Schloss errichten, welche heute ein Teil des Dessau-Wörlitzer Gartenreichs sind. Neben einer evangelischen Stadtkirche entstand 1793 ein chinesischer Inselgarten mit Pagode. Dies unter fürstlicher Leitung des Gartenreichschöpfers Fürst Franz. Eine der längsten Orangerien Europas entstand ebenso in dieser Zeit.
Zu Beginn des 18. Jahrhunderts gründeten sich in Oranienbaum viele Handwerksinnungen. Mit dem Bau eines Brauhauses, eine Kombination aus Brauerei und Gaststätte, begann 1693 die Biergeschichte von Oranienbaum, denn 1734 ließ Fürst Leopold I. die „Broyhans-Brauerei“ von Dessau nach Oranienbaum verlegen. Schon 1709 gab es hier zwölf berechtigte Brauhäuser. Neben der Bierbrauerei standen auch der Tabakanbau und dessen Verarbeitung im Vordergrund. Von dem einst 70 Fabriken umfassenden Gewerbe gab 1968 der letzte Inhaber seine Tabakfabrik auf.
Einen wahren Boom erlebte Oranienbaum im 19. Jahrhundert mit dem Bau von Schulen, einer Likörfabrik für Likör aus Orangenblüten, Tabakfabriken, einem Stadtgericht, einer Apotheke und einer Haltestelle der Dessau-Wörlitzer Eisenbahn.
Oranienbaums Innenstadt ist heute vom Geist des „Goldenen Zeitalters“ der Niederlande geprägt. So findet man den holländischen Baustil des 19. Jahrhunderts in den Straßen. Die niederländische Königin Beatrix besucht Oranienbaum regelmäßig. Zuletzt im April 2012 zur Eröffnung der Ausstellung „Dutch Design“.

Wussten Sie, dass das Wappen Oraniebaums ein „redendes Wappen“ ist. Es ist eine Anspielung auf die Fürstin Henriette Catharina von Oranien-Nassau. Die Orange ist das Symbol der niederländischen Oranier.


 



Kalenderblatt vom 13.07.2012

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