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13.08.2012 - Das älteste Dorf Anhalts - Waldersee

St.-Bartholomäi-Kirche Waldersee_Foto: Sven Hertel, 10.08.2012Die Geschichte des Dessauer Ortsteils Waldersee beginnt bereits im Jahre 1159. Den Namen Waldersee trägt der Ort jedoch erst seit dem 20. Jahrhundert. Als 1159 das Ballenstedter Kloster zwei slawische Siedlungen an flämischen Siedler verkaufte, machten diese daraus das Dorf „Nyendorp“ (Naundorf). Naundorf gilt als das älteste Dorf Anhalts, da es sogar älter als Dessau ist. Die Einwohner durften über ihr Eigentum frei verfügen und mussten lediglich Abgaben an die Kirche und den Landesherren, Albrecht den Bären, entrichten.
Zwanzig Jahre später wurde erstmals Jonitz urkundlich erwähnt, welches noch dem Kloster Nienburg unterstand und später vom anhaltischen Fürsten erworben wurde. Die 1212 erwähnte Wasserburg „Waldeser“ wurde von einer verheerenden Hochwasserflut 1341 zerstört und ist die spätere Namensgeberin von Waldersee. Kurz zuvor gelangte Naundorf in den Besitz der anhaltischen Fürsten. Bereits 100 Jahre später war das kleine Örtchen wüst und leer.
Fürst Ernst von Anhalt-Dessau erwarb 1512 das Dorf Jonitz vonm Kloster Nienburg. Das aus nur acht Gehöften bestehende Dorf wuchs und entwickelte sich zu einer Gemeinde. Im Zuge des Dreißigjährigen Krieges wurde Jonitz jedoch von durchziehenden Söldnern geplündert und gebrandschatzt.
1707 wurde die Mark Naundorf von Fürst Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau gekauft. Er ließ ein Vorwerk errichten, welches zum Zentrum des neuen Dorfes Naundorf wurde und ließ einen Hochwasserschutzwall erbauen, den so genannten „Schwedenwall“.
Auch in Jonitz entstanden neue Gehöfte und eine Wassermühle. Im Jahr 1771 wurden die Dörfer Naundorf und Jonitz von einem großen Sommerhochwasser heimgesucht und größtenteils zerstört.
Für seine Gemahlin Luise ließ Fürst Franz das „Luisium“ errichten und fügte diesem wenig später ein Gestüt hinzu. Nach den Plänen von Georg Christoph Hesekiel wurde 1784 das Schwedenhaus errichtet.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts kämpften in und um Jonitz französische und preußische Truppen. In den folgenden Jahren entstanden in Jonitz und Naundorf Schulen, Gastronomie, landwirtschaftliche Betriebe, Vereine und ein Bahnanschluss. Gegen den Willen der Jonitzer und Naundorfer wurden die beiden Dörfer, mit weiteren Gemeinden um Dessau, im Jahr 1930 nach Dessau eingemeindet und 1933 wieder ausgegliedert. 1935 wurden Jonitz und Naundorf zu einer Großgemeinde vereint, welche den Namen „Waldersee“ erhielt. Der Ort Waldersee wurde noch oft vom Hochwasser bedroht, bis er 2002 bei dem Jahrhunderthochwasser völlig überflutet wurde. Der Schwedenwall brach und in den Straßen stand das Wasser bis zu 2 m hoch. Das Hochwasser hielt 32 Tage Einzug im Ort. Seither wurde viel für den Hochwasserschutz in dieser Region getan, so wurde die Sanierung der Deiche stark vorangetrieben. Zudem feiert man in Waldersee einmal im Jahr ein Dankesfest unter dem Motto „Wir sind wieder aufgetaucht“.
 



Kalenderblatt vom 13.08.2012

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