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13.10.2012 - Das Museum für Naturkunde und Vorgeschichte und seine Entstehung als Leopolddankstift

Das Museum für Naturkunde und Vorgeschichte in Dessau-RoßlauDas Museum für Naturkunde und Vorgeschichte diente ab dem Jahr 1750 als Altenwohnstift und wurde Anfang des 19. Jahrhunderts als Museum umgebaut und genutzt. Fürst Leopold Maximilian, Sohn des Fürsten Leopold von Anhalt („Der alte Dessauer“), wurde 1700 in Dessau geboren und war der Stifter des Leopolddankstiftes, welches 1750 eingeweiht wurde. Laut Stiftungsurkunde von 1749 wird dokumentiert, dass Leopold Maximilian die Stiftung „zu Ehren des Allmächtigen Gottes, nach dessen in seinen offenbarten Wort erteilten Befehl für die Armen zu sorgen“ errichten lassen wollte. Das Kapital, für die zu Beginn zehn Personen im Stift, erzielte er aus Pachterträgen aus verpachtetem Ackerland bei Dessau. In der Urkunde von 1749 wurden Regeln und Festsetzungen beschlossen, wie zum Beispiel: monatliche Geldzuwendungen, kostenloses Holz, freies Wohnen und es durften auch reformierte oder lutherische Religionsanhänger dort wohnen. Grundlegend erneuert wurde das Gebäude im Jahre 1847 unter der Leitung vom Regierungsbaurat Kretzschmar. Es wurde hierbei auch ein 40 m hoher Turm errichtet, womit das Gebäude sein markantes Aussehen erhielt. Im Jahre 1908 wurde ein Wohnkomplex in der Turmstrasse eingeweiht und von da an von den Stiftbewohnern genutzt. Der heutige Verwalter, Herr Michael Pohlandt, hat ein hoch geschätztes Ansehen bei den Stiftbewohnern, er steht in vielen Dingen des Lebens den älteren Leuten mit Rat und Tat zur Seite und kümmert sich um den tadellosen Zustand des Stifts mit seinen Anlagen. Eine Mineraliensammlung wurde 1865 in den Räumen des Turmes, durch den Bergrat Bischof aufbewahrt und 1902 wurde das Stiftsgebäude zu einer Anhaltischen Kunsthalle umgebaut. Verschiedene Ausstellungen zur Naturkunde, Vogelgeschichte und Technik konnte man vom 29. Oktober 1927 bis zum 6. März 1945 bestaunen. Durch den Bombenangriff am 7. März 1945 auf Dessau, brannte das Museum vollständig aus. Nach notdürftigen Renovierungsarbeiten eröffnete es jedoch bereits 1948 wieder seine Pforten mit einer Erstausstellung über Pilze. Die Abschlussbauarbeiten dauerten bis 1958 an. Dank der Unterstützung des Landes konnten der baufällige Turm und der Westflügel 1991 saniert werden und im Jahr 1993 wurde der Turm erstmals zugänglich gemacht. Auf über fünf Etagen sind verschiedene Epochen der Erdgeschichte mit Fossilien und Rekonstruktionen von ausgestorbenen Tieren dargestellt. Die über 900.000 Exponate aus Botanik, Geologie oder dem Zoologiebereich stammen überwiegend aus Sachsen-Anhalt. Ein kleiner Teil der Ausstellung kann in der Außenstelle des Museums in der Törtener Straße 44 besichtigt werden. Ein Besuch des Museums lohnt sich, vom Höhlenbär bis zur Besiedlung Dessaus gibt es Vielfältiges und Spannendes zu entdecken.



Kalenderblatt vom 13.10.2012

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