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13.11.2012 - Rudolf Oeser - Vater der neuen deutschen Eisenbahnen

Carl Gustav Rudolf Oeser wurde am 13. November 1858 in Coswig geboren. Er war das dritte von insgesamt sieben Kindern. Sein Vater Wilhelm Oeser und seine Mutter Lina, geborene Nathusius, waren Webermeister und Segeltuchfabrikanten. Segeltücher waren damals sehr gefragt, da die Elbschiffe mit solchen Tüchern ausgerüstet wurden. Das Geburtshaus Oesers brannte 1863 vollständig ab. Der junge Rudolf besuchte die kurz zuvor eingerichtete Kirchenschule. Heute wird sie als Museum genutzt.
Nach seinem Abiturabschluss begann er mit dem Studium der Philosophie und der Nationalökonomie in Berlin. Anschließend nahm er eine journalistische Tätigkeit auf. Oeser war seit 1890 Chefredakteur bei der „Ulmer Zeitung“ und ab 1892 Mitarbeiter bei der „Frankfurter Zeitung“. Dort arbeitete er als Redakteur und widmete sich wirtschaftspolitischen Themen, wie dem Zolltarif und Handelsverträgen. Aufgrund seiner fundierten politischen Artikel holte man ihn in das preußische Abgeordnetenhaus nach Berlin. Ab 1907 war er Mitglied des Reichstages. Hier beantwortete er die Fragen des Eisenbahnwesens. Er wurde Mitbegründer der Deutschen Reichsbahn AG und später dann der erste Generaldirektor derselben. Oeser wurde als „Vater der neuen deutschen Eisenbahnen“ bezeichnet.
Er gehörte zunächst der Deutschen Volkspartei an, für die er im Reichstag ein Mandat bekam. Von 1910 bis 1912 war Oeser Mitglied und danach Reichstagsabgeordneter der „Fortschrittlichen Volkspartei“.
Nach einer kurzen Stippvisite als Leiter der Stettiner „Ostsee-Zeitung“, am Ende des Ersten Weltkrieges, wurde Oeser 1919 als Verkehrsexperte zum preußischen „Minister für öffentliche Arbeit“ ernannt. Im Jahre 1921 wurde er Landeshauptmann der Provinz Sachsen und im November 1922 holte ihn Reichskanzler Wilhelm Cuno als Innenminister in sein Kabinett. Im Jahr darauf wurde Rudolf Oeser Reichsverkehrsminister.
Nach längerer Krankheit starb Rudolf Oeser am 3. Juni 1926 mit 68 Jahren in Berlin.
Zur Ehrung seiner Verdienste zum Eisenbahnwesen wurde seine Trauerfeier am 7. Juni 1926 im Verwaltungsgebäude der Deutschen Reichsbahn durchgeführt. Viele Gäste und 31 Eisenbahnpräsidenten nahmen daran teil. Gleichzeitig mit der Berliner Trauerfeier wurden auch in den einzelnen Eisenbahndirektionen Gedenkfeiern abgehalten.

 



Kalenderblatt vom 13.11.2012

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